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Horb a. N. Hochbrücke bleibt in Warteschleife

Florian Ganswind, vom 03.02.2012 05:32 Uhr
Schlechte Nachrichten für Horb: Eine Verkehrsentlastung durch die Hochbrücke könnte länger dauern als erwartet. 
 Foto: Hopp
Schlechte Nachrichten für Horb: Eine Verkehrsentlastung durch die Hochbrücke könnte länger dauern als erwartet. Foto: Hopp

Horb - Alle Bemühungen scheinen umsonst gewesen zu sein: Die Hochbrücke bleibt wohl im Investitionsrahmenplan 2012 in der schlechteren Kategorie D, die eine Baureife nicht vor dem Jahr 2015 vorsieht. Eine Pressemitteilung von Landesverkehrsminister Winfried Hermann lässt auch die Stadtverwaltung zu dieser Einschätzung kommen.

"Nach diesen Ausführungen ist wohl nicht davon auszugehen, dass Verkehrsminister Hermann keine der Straßenverkehrsprojekte in der Kategorie D für eine Hochstufung empfohlen hat", so Wolfgang Kronenbitter, Fachbereichsleiter Recht und Ordnung. Vielmehr zeichnet sich ein Schwerpunkt auf Schienenverkehrsprojekte ab, da hier Hermann einige Projekte zur Hochstufung empfohlen hatte.

Hat Verkehrsminister Hermann damit sein Wort nicht gehalten? Er hatte sich in einem Schreiben an Oberbürgermeister Peter Rosenberger über seine Staatssekretärin für die Hochstufung der Brücke ausgesprochen (wir berichteten). Auch hatte er laut Rosenberger in mehreren Gesprächen diese Einschätzung widergegeben. Rosenberger war kürzlich nach Berlin gereist, um noch einmal für das Projekt und die Hochstufung zu werben. Dass es noch nicht einmal für die Empfehlung gereicht haben soll, ist ein schwerer Schlag für die Stadtverwaltung.

In der aktuellen Pressemitteilung stellt Hermann ein düsteres Bild für Straßenverkehrsprojekte dar. Für die Bundesfernstraßen in Baden-Württemberg zeichne sich auch für die kommenden fünf Jahre eine massive Unterfinanzierung der Vorhaben des vordringlichen Bedarfsplans ab. Hierbei handelt es sich um die Projekte in der Kategorien B (laufende Vorhaben). Hier würde laut Hermann die Finanzierung je nach Zuwendung noch vier bis acht Jahre dauern. "Das notwendige Investitionsvolumen für die laufenden (Abschnitt B) und die prioritären Vorhaben (Abschnitt C) des IRP-Entwurfs beträgt zirka 2,8 Milliarden Euro. Dies würde Zuweisungen des Bundes über die Laufzeit des IRP in Höhe von jährlich 560 Millionen Euro erfordern."

Tatsächlich müsse das Land – auch unter günstigen Bedingungen – mit weniger als der Hälfte dieser Ansätze rechnen, so Hermann. "Bei durchschnittlich 250 Millionen Euro pro Jahr würde es damit mehr als zehn Jahre dauern, die Projekte der Abschnitte B und C zu realisieren."

Es sei eine Erhöhung der Investitionsmittel für die Erhaltung und für die Bedarfsplanmaßnahmen erforderlich, damit eine verlässlichere Perspektive geschaffen werde. "Aus diesem Grund halte ich es derzeit auch nicht für vertretbar, weitere Maßnahmen für die Aufnahme in den Investitionsrahmenplan vorzuschlagen."

Man nehme allerdings derzeit für die noch nicht begonnenen planfestgestellten Projekte, hierunter fällt wohl auch die Hochbrücke, eine Priorisierung vor, um mögliche Neubeginne nennen zu können, "sobald sich eine Verbesserung der Finanzierungsperspektiven" abzeichne.

Kommentare (2)
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FEB
03
15:34 Uhr, geschrieben von Waldachtaler
Hochbrücke
@Realist: Was hat denn bitteschön die Einwohnerzahl von Horb zu tun mit einem Bau oder Nicht-Bau der Hochbrücke? Diese Brücke ist absolut notwendig!! Man muss auch nicht in Horb wohnhaft sein, um die tägliche, unerträgliche Verkehrsflut zu erkennen!!
FEB
03
10:18 Uhr, geschrieben von Realist
Brücke kommt nie
Jetzt wollen wir mal auf dem Boden bleiben. Horb Kernstadt hat 5.600 Einwohner und ist somit Megacity in Baden-Württemberg. In Zeiten knapper Kassen ist es nachvollziehbar, daß eine verantwortungsvolle Regierung genau überlegt, ob sich eine Investition in Höhe von 40 Mio. EUR (mit entspr. Instandhaltungsfolge-kosten) für ein Dorf rechnet. Leider ist Horb einfach zu klein.
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