Von Marion Tischbein

Horb-Nordstetten (tb). In der Woche vom 3. bis 7. Dezember stehen bei der Arbeitsagentur Menschen mit Behinderung im Mittelpunkt bei der zweiten Woche der Inklusion innerhalb der Arbeitsagentur Nagold.

Dann werden die Mitarbeiter der Arbeitsagentur namhafte Betriebe im Bezirk besuchen, um sich vor Ort ein Bild von der Arbeitssituation der behinderten Mitarbeiter zu machen. Den Anfang machte der Direktor der Arbeitsagentur Nagold, Jürgen Schwab, bei der Firma Handy Tech in Nordstetten, die Hilfsmittel für Sehbehinderte und Blinde entwickelt und vertreibt. Von den 36 Beschäftigten bei Handy Tech sind 13 schwer behindert. Neben Sehbehinderten arbeiten hier auch ein Rollstuhlfahrer und ein weiterer Mitarbeiter mit körperlicher Behinderung.

Es sei sehr wichtig, betonte Schwab, die Schwerbehinderten vor allem die Generation 50 plus ganz normal in Betrieben am Erwerbsleben teilhaben zu lassen. Arbeitskräfte würden zurzeit zwar knapper, aber die Behinderten, vor allem die über 50-jährigen hätten davon am wenigsten profitiert. "Es lohnt sich, sich um dieses Potenzial zu kümmern", betonte Schwab. Arnold Johner, Prokurist und Verwaltungsleiter bei Handy Tech, schilderte, auch aus eigener Erfahrung, die Situation von Behinderten und worauf es bei ihrer Eingliederung in einem Betrieb ankommt. Jede Behinderung hat ihre eigene Problematik. Der Arbeitgeber muss sich bewusst sein, dass es Einschränkungen gibt.

Ziel ist es, diese durch Bereitstellung von Hilfsmitteln und der entsprechenden Infrastruktur zu kompensieren. Die Integrationsämter und die Agentur für Arbeit unterstützen die betriebliche Integration durch verschiedene finanzielle Leistungen. So können Arbeitgeber bei der Einrichtung eines behindertengerechten Arbeitsplatzes Zuschüsse für technische Arbeitshilfen erhalten, oder wenn die Arbeitsleistung auf Grund der Behinderung unter dem Durchschnitt liegt. Schwerbehinderte können finanzielle Hilfe erhalten, wenn es ihrer Integration ins Arbeitsleben dient, zum Beispiel für technische Arbeitshilfen oder Hilfen zum Erreichen des Arbeitsplatzes.

Bianca Haacker ist seit 13 Jahren bei der Firma. Die Sehbehinderte ist bei Handy Tech zuständig für Kundenfragen. Sie unterstützt die Endkunden bei allen Fragen nach dem Kauf, fasst die Daten über Kundenzufriedenheit zusammen und wertet sie aus. Sie ist diejenige, die die neuesten Entwicklungen als erste unter den Fingern hält und testet. Die Fortschritte auf dem Gebiet der Hilfen für die Behinderten seien enorm, erklärte der Handy Tech Geschäftsführer, Sigi Kipke, und auch für die Zukunft sehe er eine große Herausforderung auf diesem Gebiet. Das tolle an einer gemischten Mitarbeitergruppe sei, so Johner, der fürsorgliche Umgang miteinander und Kipke zeigte sich fest überzeugt, dass die Behinderten besonders treue und loyale Mitarbeiter sind. Aus Anlass der Woche der Behinderung sei es ihm ein Anliegen aufzuzeigen, dass es eine Vielzahl toller Hilfsmittel gibt und zu appellieren, dass mehr Arbeitgeber Schwerbehinderten eine Chance geben sollten.