Horb a. N. Halteverbot-Ärger in der Marktstraße

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Wo kurz zuvor das Anwohner-Parkschild stand, ist jetzt bunte Kunst zu sehen. Christa Stiegenroth zeigt dort den Strafzettel, den sie irrtümlich bekommen hat – bezahlen muss sie nichts. Foto: Hopp Foto: Hopp

Horb - Das klingt nach versteckter Kamera, ist aber leider kein Scherz gewesen: In der Marktstraße gab es plötzlich eine neue Beschilderung, 20 Meter entfernt von der bisherigen. Und wenige Minuten später gab es das Knöllchen. Wir haben bei der Stadt nachgefragt.

Christa Stiegenroth und Michael Grüber leben seit fünf Jahren in der Marktstraße. Und das Müll-Autoproblem kennen sie auch schon länger. Im November, so erzählt Grüber, wurde sogar sein Auto vom Müllauto angefahren. Er hat dann an Ordnungsamtsleiter Wolfgang Kronenbitter geschrieben und um Abhilfe gebeten. Grüber: "Die Beschilderung bei uns vor dem Haus scheint unklar und missverständlich wegen der Müllabfuhr in der Marktstraße."

Die Abhilfe kam dann vergangenen Montag. Aber anders, als es sich die beiden erträumt hatten. Stiegenroth: "Morgens um neun Uhr bin ich raus gegangen. Da war noch alles beim Alten: Vor unserem Haus stand das Schild: "Anwohner Parkausweis A. Mit Halteverbot ab 6 Uhr bis Ende der Müllabfuhr."

Als sie gegen 12 Uhr in ihr Haus in der Marktstraße zurückkam, sei das Schild weggewesen. Und unter dem Scheibenwischer klemmte ein Knöllchen. Der berühmte grüne Horber Zettel. Angekreuzt: "Parken im verkehrsberuhigten Bereich."

Und wo ist das Schild, dass das Parken vor dem eigenen Haus (bis auf die Zeiten der Müllabfuhr) erlaubt? Es steht jetzt nicht mehr vor der Hausnummer 8, wo Stiegenroth und Grüber wohnen. Sondern vor der Hausnummer 4. Ohne das Zusatzschild zur Müllabfuhr.

Grüber, auch bekannt als Organist und Konzertveranstalter: "Ich vermisse hier Freundlichkeit und Miteinander von der Stadtverwaltung. Wir haben extra noch das Amtsblatt durchforstet und den Briefkasten – wir haben keine Information über die Ad-hoc-Änderung der Parkregelung vor unserer Haustür erhalten." Er erzählt: "Weil ich mir das mit der Müllabfuhr nicht merken kann, haben wir uns extra den Abfuhrkalender an die Eingangstür gepinnt. Am Sonntagmittag kamen wir nach Hause und haben gecheckt: Montag ist keine Müllabfuhr. Also haben wir unsere Autos vor der Tür parken gelassen."

Fakt ist: Laut Abfallkalender 2016 des Landkreises Freudenstadt für die "Kernstadt mit Hohenberg" sind als Abfuhrtermine Mittwoch, 23. März (Bioabfall) genannt. Der gelbe Sack war am 17. März dran. Montag, 21. März, ist hier nicht vermerkt.

Kopfschütteln in der Marktstraße Und ein Nachbar in der Hausnummer 4 weiß doch noch was: "Ich hatte gestern einen Zettel unter dem Scheibenwischer. Da stand was drauf über die neue Parkregelung."

Dieser Zettel wurde allerdings wohl am Dienstag verteilt – einen Tag, nachdem Stiegenroth und Grüber die Knöllchen bekommen hatten.

Die Stadtverwaltung zeigt sich auf Anfrage unserer Zeitung einsichtig: "Bei Änderungen der Parkregelungen wird in der Regel zunächst auf diese Änderungen ohne ein Verwarnungsgeld hingewiesen. Dies ist in diesem Fall versehentlich unterblieben. Vielmehr war vorgesehen, dass erst eine Woche nach dem Aufstellen der Schilder dort aktiv kontrolliert wird und bis dahin lediglich ein Hinweis erfolgt. Dieses Versehen bittet die Stadtverwaltung zu entschuldigen." Daher würden die Verwarnungsgelder selbstverständlich zurückgenommen. Das wäre auch ohne die Presseanfrage erfolgt, so die Stadtverwaltung. "Die Anwohner können in der Tat nichts für die ergangenen Verwarngelder."

Die neue Beschilderung wird von der Stadt aber verteidigt. Bei der Ausgabe der Anwohnerausweise seien die Anwohner darauf hingewiesen, dass aufgrund der Probleme mit der ungehinderten Zufahrt für die Müllfahrzeuge eine Änderung der Parkregelung vorgenommen werde, allerdings sei damals der Zeitpunkt noch nicht bekannt gewesen.

Die nun gültige Regelung sei im Sinne der Anwohner: "Das Verschieben des Parkverbotsschildes um 20 Meter weiter die Marktsteige nach unten wurde für die Anwohner vorgenommen und nicht, um diese zu schikanieren. Die Stadtverwaltung möchte dadurch ermöglichen, dass die Müllfahrzeuge ungehindert fahren können, damit die Anwohner ihren Müll nicht extra an einen Sammelplatz bringen müssen."

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