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Horb a. N. Forensick: Heavy Metal und nichts anderes

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Liegt da etwa das Ticket zum Rock-Ruhm auf dem Tisch? Die Band Forensick unterschreibt einen Plattenvertrag. Foto: Breitmaier

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Horb - Es waren glorreiche Zeiten. Die 80er-Jahre: Volle Stadien, Tausende im Rausch von Gitarren- und anderen Exzessen. Enge Hosen, lange Haare. Es war die Ära "Iron Maiden", die Ära der "New Wave of British Heavy Metal". Ohne Iron Maiden gäbe es Forensick nicht – zumindest nicht in ihrer heutigen Form. Forensick ist eine junge Band, die Heavy Metal macht – nichts anderes. Das können die jungen Horber so gut, dass jetzt schon nach dreieinhalb Jahren der erste Plattenvertrag auf dem Tisch liegt. Der "Schwarzwälder Bote" hat die Freunde des Schwermetalls getroffen. 

Erste Horber Band mit Plattenvertrag. Wie war’s als das Ding vor euch lag? Habt ihr schon eure Jobs gekündigt? 

Stephan Vogt (Gitarre): Wir waren alle irgendwie geschockt, dass es gleich so geklappt hat. Keiner von uns hat damit so schnell gerechnet. 

Julian Rocco Lepore (Schlagzeug): Das mit dem Kündigen geht glaub’ ich leider noch ne Weile. 80er-Jahre Koks-Nutten-Plattenverträge wie für Guns ‘n’ Roses’ 1. Album gibt’s heutzutage nicht mehr. 

Wie kam’s zum Vertrag?

Tobias Hübner (Gesang): Wir haben Anfang Januar die Aufnahmen für das zweite Album "The Prophecy" fertiggestellt. Mit diesem Album klopften wir erneut bei Pure Steel Records (Anm. der Red.: Independent-Label aus Sachsen, das sich auf Heavy Metal spezialisiert hat) an, mit denen wir schon nach dem ersten Album in Kontakt standen. Damals wollten die uns einen für uns kostenpflichtigen Verlagsvertrag anbieten für das neue Album. Aber nach dem Durchhören des Materials war Stefan Riermaier so dermaßen begeistert, dass er uns einen Labelvertrag angeboten hat. 

Was heißt eigentlich Labelvertrag genau? Was machen Pure steel Records konkret für euch? 

Tobias Hübner: Pure Steel Records werden die CDs pressen und sich dann um den weltweiten Vertrieb und um das Marketing sowie die Distribution kümmern, was für uns der größte Vorteil ist. Außerdem wird das Album überall digital zur Verfügung stehen. Wir werden dementsprechend an den verkauften CDs beteiligt. Das heißt im Endeffekt: Wir haben keine Kosten für die CD-Herstellung, müssen uns um keine Review-Anfragen kümmern und außerdem wird die CD weltweit in den interessierten Läden im Regal stehen.

Es gibt viele zwielichtige Gestalten in dem Geschäft. Wie konntet ihr sicher gehen, dass das alles Hand und Fuß hat? 

Tobias Hübner: Ich habe Angebote von drei Anwälten, die auf Musik- und Urheberrecht spezialisiert sind, eingeholt und das Beste ausgewählt. Die haben den Vertrag durchgearbeitet und mit mir daraufhin telefoniert. Die vertraglichen Dinge, die dann noch geändert werden sollten, habe ich dann mit Stefan von Pure Steel besprochen.

Eure neue Platte ist schon im Kasten. Auf was dürfen sich die Fans musikalisch einstellen? 

Matthias Ehmig (Gitarre): Was das Songwriting angeht, haben wir uns weiterentwickelt. Fast jedes Lied hat ein eigenes Riffing (Anm. der Red.: melodisch-rhythmische Melodiefigur), welches sich auf dem Album kein zweites Mal wiederholt. Die Lieder haben jetzt öfter melodischere Zwischenteile. Dazu kommt, dass wir eine Ballade mit drauf haben. 

Andreas Armbruster (Bass): Vom Songwriting sind wir kreativer geworden. Ich finde, wenn man das neue mit dem alten Album vergleicht, ist jeder von uns auch vom spielerischen besser geworden. Das alte Album ist definitiv geil, keine Frage, aber das neue ist irgendwie erwachsener. 

Metaltexte haben oft den Ruf, nicht über das übliche Schlachtengebrüll von Steel, Blood und Horse-Riding hinauszugehen. Was wird bei euch so verarbeitet? 

Matthias Ehmig: Neben sagen wir mal "üblichen" Metaltextmaterial verarbeiten wir auch Historisches. "When The War Begins" handelt von der Schlacht am Weißen Berg im 30-jährigen Krieg. Wir stellen die Frage: Ist Religion einen Krieg wert? Aktuellere Themen wie den Arabischen Frühling behandeln wir in dem Stück "Time of Resistance". Wir schreiben einfach über das, was uns beschäftigt. 

Zwei Jahre Forensick – alles hat angefangen mit dem Gig auf einem LKW und 50 Alt-Rockern im Publikum. Spielt man jetzt mit einem Vertrag in der Tasche nur noch Hallen, oder hat der LKW immer noch Charme? 

Matthias Ehmig: Ich glaube, man wird mit der Zeit schon etwas wählerischer. Aber im Endeffekt ist uns bei der Auswahl am wichtigsten, dass wir am Ende nicht drauflegen müssen und die Zielgruppe stimmt. Wenn das passt, wird auch der LKW nie seinen Charme verlieren. 

Julian Rocco Lepore: So sehe ich das auch. Letztendlich sind wir eine Live-Band, haben Bock zu spielen und wollen den Leuten auch live zeigen, dass wir das draufhaben, was man auf Platte zu hören bekommt. Da wurde auch nicht rumgetrickst. 

Wann atmet man die Bühnenluft am Liebsten? Habt ihr schon einen eigenen Mitgröl-Klassiker? 

Andreas Armbruster: Bei "The Sinner" passts in der Regel immer. Wir haben Ende 2013 im Sonnenkeller (Anm. der Red.: Balingen) das Stück so ziemlich als letztes gespielt. Das Publikum hat fast gar nicht mehr aufgehört mitzugrölen, auch als das Lied vorbei war. Wir sind dann wieder mit dem Refrain eingestiegen Es ist ein mega geiles Gefühl, wenn die Leute zur eigenen Musik abgehen. Wenn sie dann noch die Musik kennen und die Lieder mitsingen und komplett hohl drehen, bekomm ich immer eine Gänsehaut. 

Ihr habt das Glück, dass ihr bei Familie Vogt einen Proberaum habt, der keine Wünsche offen lässt. Wie schätzt ihr sonst die Situation für junge Musiker in Horb ein?

Stephan Vogt: Ich finde es ein wenig schade, dass die Jugend beim Thema Band und Musik nicht mehr wie früher gefördert wird und es nur noch wenige Bands gibt. 

Matthias Ehmig: Die Situation ist wirklich sehr schwer. Wir standen damals mit Heap of Ruins vor genau diesem Problem und hatten Glück, privat unterzukommen. Städtisch wird hier in Horb schlicht und einfach nichts geboten. Wenn man an Tübingen denkt, gibt’s zum Beispiel das Sudhaus, in welchem man sich Proberäume mieten kann. Ich denke Horb gehört zu den wenigen Städten, die in diesem Bereich hinterherhängen. 

Ab wann kann man die neue Platte kaufen?

Tobias Hübner: Frühestens Juli, eher August. Weil wir noch ein Fotoshooting machen müssen, das Pure Steel wird noch das Booklet gestalten. Die ganze Promotion wird auch noch Zeit brauchen, also werden auf jeden Fall noch ein paar Monate ins Land gehen.

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Horb

Florian Ganswind

Fax: 07451 9003-29

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