Horb a. N. Feuer wütet in der Altstadt

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Das Lager- und Bürogebäude des Dachdeckerbetriebs Schlatter war nicht mehr zu retten. Foto: Schwarzwälder-Bote

Horb - Großbrand in der Altstadt: Die Feuerwehr musste am Samstagabend zu einem Großeinsatz in der Altheimer Straße ausrücken. Das Lager- und Bürogebäude des Dachdeckerbetriebs Schlatter war nicht mehr zu retten. Der Schaden beträgt laut Polizei rund 350.000 Euro.

Warum das Feuer ausgebrochen ist, ist derzeit noch unklar. Bis gestern Nachmittag hielten die Lösch- und Aufräumarbeiten der Feuerwehr an. Weil es noch zu heiß sei, hieß es gestern bei der Polizei in Horb, habe die Kriminalpolizei noch nicht mit ihren Ermittlungen begonnen, sondern werde dies erst ab dem heutigen Montag tun.

Die Altheimer Straße blieb gestern bis kurz vor 18 Uhr für den Verkehr gesperrt. Zwei Feuerwehrleute wurden bei dem Einsatz leicht verletzt und mussten in der Nacht geröntgt werden. Einer prellte sich drei Rippen und das Brustbein, der andere verstauchte sich eine Hand.

Bemerkt hatte den Brand ein aufmerksamer Nachbar. Er hatte Rauch in der Nähe des Firmengebäudes von Schlatter wahrgenommen. Um 21.47 wurde die Feuerwehr alarmiert. Als diese eintraf, gab es bereits eine starke Rauchentwicklung.

Um ins Gebäude zu gelangen, mussten zuerst die verschlossenen Türen aufgebrochen werden. Kurz nachdem die Feuerwehr im Gebäude war und sich einen besseren Überblick über die Lage verschafft hatte, kam es bereits zu den ersten Durchzündungen mit offenem Feuer, wie Achim Weinstein, Pressesprecher der Feuerwehr Horb, mitteilte.

Gegen 22.30 Uhr stand das Gebäude komplett in Flammen. Die Polizei hatte vorsorglich zwei angrenzende Gebäude geräumt. Eine sinnvolle Maßnahme, denn schließlich drohte das Feuer auf ein angrenzendes Mehrfamilienhaus überzugreifen. Dies konnte die Feuerwehr jedoch verhindern. 125 Feuerwehrleute waren im Einsatz – darunter die Feuerwehrabteilungen aus Horb, Ahldorf, Altheim, Bildechingen, Dettingen, Obertalheim und Rexingen.

Unterstützung erhielten sie aus Dornstetten, die mit einer zweiten Drehleiter anrückten und Freudenstadt, die mit einem Atemschutzwagen vor Ort waren. Kurz vor 5 Uhr wurde die Feuerwehrabteilung Mühlen nachalarmiert und ab 12 Uhr war auch die Abteilung Dettlingen im Einsatz, um Glutnester zu bekämpfen, so Achim Weinstein. Gegen 2 Uhr nachts war außerdem ein Bagger angefordert worden, der Trümmerteile abräumte und so die letzten Glutnester freilegte, die dann von der Drehleiter aus bekämpft wurden. Die Einsatzleitung hatte Stadtkommandant Markus Megerle. Kreisbrandmeister Frank Jahraus war ebenfalls vor Ort. Das Feuer von der Vorderseite bekämpfte eine Gruppe unter der Leitung von Horst Schneck, die Löscharbeiten auf der Rückseite leitete Thomas Danninger und die Wasserförderung vom unteren Marktbrunnen leitete Stefan Graf.

DRK ist mit 40 Helfern im Einsatz

Das DRK war bis 4.30 Uhr mit 40 ehrenamtlichen Helfern aus Horb, Altheim, Mühringen, Ihlingen und Eutingen im Einsatz. Die Einsatzleitung hatte Heiko Nagel.

Als Vertreter der Stadt machte sich Wolfgang Kronenbitter, Fachbereichsleiter Recht und Ordnung, ein Bild von der Lage. Als klar war, dass der Brand unter Kontrolle ist, war er erleichtert und meinte rückblickend auch auf den Brand bei der Fima Alba im Heiligenfeld am 10. Januar: "Da zeigt sich, was es wert ist, wenn man gut ausgebildete Feuerwehrleute hat." Besonders in der Horber Altstadt sei dies wichtig.

Neben ihrem Löscheinsatz mussten die Einsatzkräfte nicht nur die in direkter Nachbarschaft liegenden Häuser, sondern auch die Gebäude in der etwas weiteren Umgebung sichern. Als das Schlatter-Gebäude lichterloh brannte, erforderte der Funkenflug in der eng bebauten Altstadt Aufmerksamkeit, denn die Funken waren teilweise mehrere Zentimeter groß. Der Regen sei hilfreich gewesen, so Weinstein. Nicht auszudenken, hätte es einen solchen Brand im Sommer gegeben. "Dann wäre es schwierig geworden", gibt Weinstein zu.

Eine Gefahr für die Feuerwehrleute – aber auch die zahlreichen Schaulustigen, die sich das "Spektakel" nicht entgehen lassen wollten und eifrig filmten und Fotos machten – stellten im Gebäude einige Propangasflaschen dar. Aus Sicherheitsgründen mussten alle Nicht-Einsatzkräfte aus der Nähe des Hauses entfernt werden. Nicht ohne Grund, wie sich später zeigte, als mehrere der Propangasflaschen explodierten.

Markus Megerle zeigte sich seitens der Feuerwehr zufrieden mit dem Einsatz und lobte die Zusammenarbeit mit DRK und Polizei sowie den Feuerwehrabteilungen. Aufgrund dessen habe man das nebenstehende Gebäude retten können, sodass dieses nur kleine Wasserschäden davon trug – und das trotz der der Hitze, die geherrscht habe.

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Florian Ganswind

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