Horb a. N. Europäische Regulierung auf Kosten der Kleinen?

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Horb/Brüssel. Auf die Initiative von Michael Theurer, MdEP und Vizepräsident der KMU-Intergroup im Europäischen Parlament, traf sich am Dienstagmorgen die KMU-Intergroup zu einem Frühstück zum Thema der Auswirkungen der EU-Gesetzgebung auf kleinere und mittlere Banken (KMU ist die Abkürzung für kleine und mittlere Unternehmen). Das Thema betrifft auch die Banken in Horb und Umgebung.

Verwaltungskosten sind gestiegen

Roman Inderst von der Goethe-Universität in Frankfurt stellte seine jüngst erschiene Studie zum Thema vor. Weitere Gastredner waren Sebastian Kuck aus dem Kabinett des Europäischen Kommissars für Finanzstabilität, Finanzdienstleistungen und die Kapitalmarktunion, Jonathan Hill, und Uwe Fröhlich, der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR).

Hintergrund: Die im Zuge der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise verschärfte Bankenregulierung sorgt insbesondere bei kleinen und mittleren Kreditinstituten für überproportional höhere Verwaltungskosten. Dies ist das zentrale Ergebnis der breit angelegten Studie von Roman Inderst, die während des Frühstücks vom Autor selbst vorgestellt wurde.

Der Vizepräsident der KMU-Intergroup, Michael Theurer, sieht Handlungsbedarf und fordert die Europäische Kommission auf, Maßnahmen zur Entlastung von KMU-Banken einzuleiten.

Theurer: "Im Vordergrund steht dabei die Schaffung fairer Wettbewerbsbedingungen. Es ist inakzeptabel, dass die Bankenregulierung zu einer überproportionalen Belastung kleiner und mittlerer Banken führt. Dadurch wird ein Zwang zur Konzentration ausgelöst, der vom Gesetzgeber nicht intendiert ist.  Gerade KMUs erhalten einen besseren Zugang zu Krediten in Mitgliedsstaaten, in denen das Angebot kleiner und  mittlerer Banken größer ist."

"Kleine und mittlere Banken sollten sich mehr auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können und weniger mit Regulatorik.  Natürlich haben die letzten Regulierungen unser Finanzsystem stabilisiert, aber wir bitten die Regulatoren darum, die Maßnahmen gezielter und besser miteinander abgestimmt zu verwenden", ergänzte Uwe Fröhlich vom BVR. 

Verschiedene Geschäftsmodelle

Der offizielle Vertreter der Europäischen Kommission im Raum, Sebastian Kuck, erwiderte mit einem Zitat seines Kommissars, Jonathan Hill, auf die Kritik: "Wir sollten die Regulierungen so einfach und risikoproportional konzipieren, dass sie auf verschiedene Geschäftsmodelle und Größen angepasst werden können. Während wir versuchen, Stabilität zu erreichen, sollten wir niemals vergessen, dass ein zu geringes Wirtschaftswachstum unsere derzeit größte Bedrohung darstellt."

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