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Horb a. N. Eine gute Stube für herrenlose Tiere

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Ohne sie geht gar nichts, vier von den Gassi-Gängerinnen, die täglich mit den Hunden des Tierheims unterwegs sind. Beim Tag der offenen Tür im Tierheim in Talheim durften sie nicht fehlen. Foto: Morlok Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Peter Morlok

Horb-Talheim. Das Horber Tierheim "Renate Lang" öffnete am Sonntagnachmittag seine Pforten für Besucher aus nah und fern. Dies geschieht alle zwei Jahre zum Tag der offenen Tür.

Und man sollte nicht glauben, wie viele Menschen sich für Tierschicksale interessieren und die Chance nutzten, einmal einen Blick hinter die Kulissen dieses Tierheimes zu werfen, das es seit 1997 gibt. Ganze Radteams waren da, Familien mit Kind und Hund, ein Paar, das sich überlegt, einen Hund zu holen, oder einfach nur Leute, die vorbeischauen. Der Andrang war groß.

Gegründet wurde diese Auffangstation für gestrandete, misshandelte und ausgesetzte Tiere von der heute 96-jährigen Stuttgarterin Renate Lang, die den ehemalige Gasthof, der auf der Gemarkung Talheim liegt, ersteigert und einem kleinen Tierschutzverein zur Verfügung gestellt hatte.

Zwei Jahre später übernahm der "Allgemeine Tierhilfsdienst" aus Ahlun das Haus und machte im Lauf der Jahre ein Vorzeige-Tierheim daraus, erzählte die Tierheim-Leiterin Carola Greiner am Rand dieser Veranstaltung.

17 Katzen, sechs Hamster zwei Rennmäuse, drei Hasen und sechs Meerschweinchen

Dass sie mit dem Attribut "Vorzeige-Tierheim" kein bisschen übertrieb, konnte man beim Gang durch das Haus schnell feststellen. In einer gut eingerichteten Katzenstation finden die schlauen Vierbeiner alles, was sie zum Wohlfühlen brauchen. Jedes Tier hat sein eigenes Katzenklo, seinen Schlafplatz, und es gibt Spiel- und Kratzmöglichkeiten unterschiedlichster Art. 17 Stubentiger, sechs Hamster, zwei Rennmäuse, drei Hasen und sechs Meerschweinchen warten derzeit in den oberen Räumen des Tierheims auf Menschen, die ihnen ein gutes Zuhause bieten.

Die Stars im Haus "Renate Lang" sind aber ohne Zweifel die Hunde. Tagsüber können sie sich in ihren großen, sehr weitläufigen Zwingern hinter dem Haus austoben oder im Schatten vieler Bäume ein Nickerchen machen.

Abends kommen sie dann in ihre Zimmer, die mit ausrangierten Sofas und Sitzmöbeln ausgestattet sind und wahrlich ein recht bequemes Hundeleben bieten. Für die artgerechte Tierhaltung und die individuelle Betreuung und Ernährung sorgen acht fest angestellte Tierpfleger und vier Azubis, die aber ohne die vielen ehrenamtlichen Gassi-Geher, die sich liebevoll um ihre Patenhunde kümmern, nie und nimmer mit der vielen Arbeit fertig würden.

Auf die Frage, ob es derzeit etwas Besonderes im Tierheim gibt, hatte Heimleiterin Greiner gleich ein paar Baustellen offen. Aktuell wäre man an der Balkonsanierung und danach soll die Außenfassade des Heims neu gestrichen werden, verriet Frau Greiner, die sich jedoch über die Finanzierung Sorgen macht.

Auch in Talheim kämpft man mit der Geldknappheit und den galoppierenden Kosten. Man sei sehr froh, dass Frau Lang da sei und finanziell helfe, betonte sie. "Ich will mein Erbe sehen und erleben, bevor ich sterbe", so die Einstellung der Tierfreundin Lang hierzu.

Auch die unkontrollierte Vermehrung von Katzen, trotz vielfältiger Kastrationsangebote, macht der Tierheimleiterin Sorgen. "Wir werden nicht angerufen, wenn plötzlich drei Jungkatzen herumlaufen – nein, die Anwohner warten, bis es 30 sind."

Trotz aller Sorgen und dem täglichen Kampf gegen die Windmühlen der Unmenschlichkeit feierten Tierschützer, Gassi-Geher, freiwillige Helfer und die Besucher am Sonntag ein schönes Fest rund ums Talheimer Tierheim.

Sie nutzten das vielfältige Programm rund ums Tier, das an verschiedenen Ständen angeboten wurde, ließen sich glutenfreien und veganen Kuchen schmecken und bewunderten die Line-Dancer um Marion Jauch, die auch schon einige Hunde aus dem Tierheim zu sich nach Hause holte und so Kontakt zum Tierheim hat.

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Horb

Florian Ganswind

Fax: 07451 9003-29
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