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Horb a. N. Ein Klang-Füllhorn als Geburtstagsgeschenk

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Um die 100 Geburtstagsgäste lauschten ergriffen dem Spiel von Nikolai Geršak. Fotos: Morlok Foto: Schwarzwälder-Bote

Die Stiftskirche wurde am Samstagabend zu einem besonderen Ort für eine Geburtstagsfeier. Musikpädagoge Norbert Geßler feierte einen runden Geburtstag (wir berichteten), und das Geburtstagskind machte sich und allen, die Freude an Kirchenmusik haben, ein seltenes Geschenk.

Horb. Nikolai Geršak spielte für ihn und seine Gäste zuerst das Präludium, dann die Goldbergvariationen und als krönenden Abschluss die Fuge, BWV 541, G Dur. Insgesamt zwei äußerst virtuose und anspruchsvolle Werke der Orgelliteratur aus der Feder von Johann Sebastian Bach.

"Das G-Dur – so wird BWV 541 im Sprachgebrauch der Organisten allgemein heraushebend genannt – ist eines der bekanntesten und meistgespielten Bachschen Orgelwerke überhaupt. Aus gutem Grund: Der fröhliche, mitreißende Überschwang des Präludiums und der heitere Ernst der musikalisch vielschichtigen Fuge nehmen jeden Hörer sogleich für sich ein. Darüber hinaus überzeugt die geschmeidige, zugleich unnachahmlich souveräne, ungezwungene Faktur des Ganzen, die das Werk den Leipziger Jahren, der Zeit vollkommener Meisterschaft Bachs zuweist", so beschreibt Joachim Winkler auf der Internet-Seite "Bachs freie Orgelwerke" das Präludium und die Fuge in G-Dur. "Bach sollte eigentlich Meer heißen, dieser Ozean voller Reichtum an Variationen und Harmonien", sagte einst Beethoven, der Bach als den Urvater aller Harmonien wertete, steuerte Klaus Konrad ein weiteres Superlativ zum Wirken von Bach bei.

Wie recht er damit hat, das erlebten die Besucher des Orgelkonzerts, das Nikolai Geršak zu Ehren Norbert Geßlers spielte, der vergangenen Mittwoch seinen 70. Geburtstag feiern durfte. Da dröhnten die Basspfeifen wie das Donnergrollen eines zürnenden Gottes, es schien, als würden die Piccolo-Register auf tragenden Melodien tanzen und das meisterhafte Spiel wurde ebenso von klaren Tonfolgen und Akkorden geprägt wie von gewollten Disharmonien, die die Zerrissenheit des Komponisten widerspiegelten.

Es war ein Klangerlebnis, das viele der gut 100 Zuhörer mit geschlossenen Augen voller Konzentration in sich aufnahmen. Diakon Klaus Konrad, der sowohl einleitende Worte sprach als auch zum Abschluss des Konzertes vom Veranstalter, der Kirchengemeinde und dem Orgelförderverein Stiftskirche dem Jubilar ein Geschenk überreichte, sah dieses meditative Klangfülle gar als Kontemplation, als Ruhepol in einem hektischen Tagesablauf. Dies fasste er auch in einem Gebet zusammen.

Der Musiker selbst war einst ein Schüler von Geßler und machte in dessen Musikleistungskurs am Hechinger Gymnasium das Abitur. Er studierte später Orgel und Kirchenmusik in Rottenburg und Lübeck. Im Jahr 2000 legte er die A-Prüfung für katholische Kirchenmusik ab und seit diesem Jahr ist er Kantor und Organist an St. Nikolaus in Friedrichshafen. 2004 war er zudem Finalist beim Internationalen Improvisationswettbewerb in Haarlem und unterstrich so seine Leidenschaft zum Jazz. Als Dekanatskirchenmusiker und Orgelsachverständiger im Dekanat Friedrichshafen ist er für die Ausbildung und Betreuung der Kirchenmusiker zuständig. Daneben initiierte er den Langenargener Orgelsommer und die Internationale Orgelakademie Bodensee. Neben seiner vielseitigen Chor- und Orchesterleitungstätigkeit und dem Organistendienst ist er im In- und Ausland ein gefragter Konzertorganist, den seine jüngste Konzertreise nach St. Petersburg geführt hat.

Nun zog es ihn nach Horb. Neben dem runden Geburtstag seines einstigen Musiklehrers lockt auch die frisch renovierte, zweimanualige Trefz-Orgel. Geršak, der sich intensiv dem Orgelschaffen Johann Sebastian Bachs widmet, hatte für dieses Klangerlebnis neben dem "G-Dur" auch die Goldbergvariationen ausgesucht, die ebenso zu den Glanzlichtern der Orgelliteratur gehört. Gespielt von einem Virtuosen erklang die Königin der Instrumente zu Ehren Geßlers an diesem Abend in ihrer ganzen, voluminösen Klangvielfalt. Mit an der Orgel saß eine weitere Geßler-Schülerin aus der Hechinger Zeit. Sylvia Kurnaz blätterte für den Meister die Noten um. Ein kleiner Dienst, ohne den ein großes Konzert nicht möglich gewesen wäre. Mit geradezu frenetischem Applaus bedankten sich die Konzertbesucher nach gut einer Stunde für diesen Kunstgenuss.

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