Horb a. N. Die Mini-Rock-Depression der Macher

Schwarzwälder-Bote, 10.08.2012 22:00 Uhr

Von Jürgen Lück

Horb. Julius Steiglechner sitzt auf einer Tonne. Jan Straub steht vor dem Mini-Rock-Büro, schneidet einen Gartenschlauch klein und formt ihn zum "Smiley". Signal der Mini-Rocker: "Durch. Geschafft. Endlich."

Es ist Freitag, 14.45 Uhr. Genau eine Woche, nachdem das Festival mit "The Impression" auf der großen Bühne startete. Julius und Jan entspannen sich.

Die 10 000 Quadratmeter große Wiese, wo bis vor Kurzem der Campingplatz stand, ist sauber. Nur noch ein blauer Container erinnert an das Chaos aus kaputten Zelten, Pavillons, Papier, Dosen, Kondomschachteln und Essensresten.

Mini-Rocker Jan sagt: "Wir sind gestern Abend um 20 Uhr mit dem Müllsammeln fertig geworden. Morgens waren es nur fünf Helfer, dann kamen noch viele dazu. Tausend Dank!"

Der Müll. Das größte Problem der Mini-Rocker. Diesmal kamen 38 Kubikmeter zusammen, zwei mehr als im Vorjahr. Doch es hat wenigstens nicht geregnet. Julius: "Mann, letzte Jahr bei dem Schlamm haben die Helfer einen Hering in die Hand gedrückt bekommen, um den Müll rauszuziehen. Das war echt Hölle!"

Jan schaut auf die blauen Müllsäcke hinter sich, sagt: "Das sind alles nur Pfandflaschen. Viel ist nicht mehr zu zu tun. Gott sei Dank sind wir diesmal drei Tage früher fertig als das letzte Mal."

Julius spielt mit einer Flasche. Und schaut in die abgesägte Tonne, wo angefackelte Holzscheite an das Feuer erinnern, was hier zuletzt noch brannte: "Jetzt kommt bald das Loch nach dem Mini-Rock. Furchtbar."

Doch viel Zeit zum Durchatmen bleibt den beiden Vorständen des Mini-Rock-Vereins nicht. Julius: "Das Loch dauert nur eine Woche. Dann fangen wir wieder an. Mit dem Booker sprechen, welche Gruppen wir das nächste Jahr holen."

17.30 Uhr. Pressesprecher Bennie Breitmaier am Handy. Er sagt: "In der Dämmerung über den leeren Platz zu gehen und die Vergänglichkeit der Veranstaltung zu spüren – das ist schon ein komisches Gefühl. Da habe ich die Mini-Rock-Depression bekommen. Jetzt ist der Full-Time-Job für das Festival vorbei, und Du stehst wieder da mit Deinem Privatleben. Aber der Stolz überwiegt auf die absolut geile Veranstaltung."

Und er hat auch schon gleich zwei Sachen, die er anschieben will. Er sagt: "Wir suchen jetzt ein fixes Büro und Materiallager für die Vorbereitung für das nächste Festival. Dazu will ich bei der Gelände-Suche spätestens im November Nägel mit Köpfen machen."

Das Problem: "Auf dem jetzigen Campingplatz können wir wohl nicht bleiben. Er ist von der BiMA als Ausgleichsfläche für den Bau der Horber Hochbrücke vorgesehen."

 
 
Kommentare (2)
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AUG
13
F.H., 21:19 Uhr

BIMA

Die BIMA als BUNDESanstalt hält Ausgleichsflächen für alle künftigen BUNDESfernstraßenprojekte bereit. Rein theoretisch könnte der Sachverhalt zutreffend sein, die Fläche könnte aber auch Ausgleichsfläche für irgendein BUNDESfernstraßenprojekt in Ba-Wü sein.

AUG
13
M.K., 14:54 Uhr

Auf dem jetzigen Campingplatz können wir wohl nicht bleiben. Er ist von der BiMA als Ausgleichsfläche für den Bau der Horber Hochbrücke vorgesehen.'

hm? was sind den das für Quellen? die Bima hat mit der Brückke 0 zu tun...