Horb - Die Feier-Stadt entwickelt sich weiter. Das sagt Stadtmarketingchef Martin Scherer bei seiner Jahresbilanz.

Scherer: "Bei den Besucherzahlen hatten wir zwar eine wechselhafte Resonanz, insgesamt sind wir aber sehr zufrieden mit dem Zuspruch. Lediglich das Kinderfest hat deutlich geschwächelt."

Im Jahr eins nach dem Neckarblühen haben sich laut Scherer und seiner Mitarbeiterin Claudia Beuter folgende Veranstaltungs-Bausteine gleich etabliert: Der Horber Frühling. Das Horber Weindorf. Das Fest der Kulturen. Die Kunsthandwerker beim Weihnachtsmarkt in der Markthalle. Das Horber Weindorf, so Beuter, soll behutsam mit passenden kulinarischen Angeboten ergänzt werden.

Der Horber Frühling habe sich "etabliert und kann so bleiben". Die Markthalle könnte mittelfristig weiter ausgebaut werden. Martin Scherer: "Im Bereich der Unterstadt gibt es keinen Veranstaltungsraum. Mittelfristig muss man überlegen, wenn die Aufhängung der Seitenwände nicht mehr funktioniert, ob man dann einen Infrastruktur-Block anbaut." Das hieße zum Beispiel: Toiletten und Gastro-Vorrichtungen.

Scherer betont hier aber ausdrücklich das Wort "mittelfristig: "Das macht natürlich erst Sinn, wenn man an der Markthalle grundsätzlich eingreifen müsste. Sonst würden unnötige Kosten entstehen und vielleicht auch Nutzungseinschränkungen."

Der Marktplatz wird mit der Fertigstellung des Parkhauses Wintergasse für kleine, aber feine Veranstaltungen weiter entwickelt. Schon jetzt auf dem Kalender: Das Theaterfestivals des Gymnasiums, das Sommertheaterfestival des Projekt Zukunft. Neu ist der Markt der Naturparke. Die Idee: Regionale Anbieter aus dem ganzen Land, zum Beispiel vom Biosphären-Reservat Schwäbische Alb, präsentieren ihre Leckereien auf dem Marktplatz.

Diese große Veranstaltung im Rahmen der Heimattage Baden-Württemberg könnte der Startschuss für eine neue, feine, Slow-Food- und Genussveranstaltung auf dem Marktplatz sein. Scherer: "Das Thema Genuss lebt davon, dass es Akteure gibt, die sich beteiligen." Noch eine gute Nachricht für den Marktplatz: Dort soll es bald mehr Bänke und Mobiliar geben, so Scherer.

Das Kinderfest im Sommer soll weiterhin mitten in den Ferien stattfinden. Scherer: "Das bleibt ein gesamtstädtisches Fest, welches nicht in Konkurrenz zu anderen Veranstaltungen sein soll. Deshalb gibt es keine großen Alternativtermine." Der Stadtmarketing-Chef kündigt hier neue Marketing-Aktivitäten an: "Beim ersten Mal war das Fest – auch bedingt durch die Hitze – nicht so gut besucht. Das heißt aber nicht, dass die Menschen in den Sommerferien nicht da sind. Man muss schauen, wie man diese Leute besser erreicht. Nach wie vor ist jeder Verein und jede Gruppe aufgerufen, sich mit ihren Ideen für das Sommerfest mit einzubringen."

Bei der Diskussion über den Festplatz bleibt Stadtmarketing-Chef Martin Scherer bei seiner Linie und appelliert: "Der Uferweg sollte frei von Veranstaltungen bleiben. Wenn dort einmal Heringe für Großzelte eingeschlagen werden, wird der schöne Weg auf Dauer schnell schmuddelig werden." Genauso bleibt Scherer dabei, dass die Weidenstecklinge für einen Campingplatz für das Mini-Rock-Festival nicht gerodet werden sollen: "Es wäre ein großer Verlust, wenn die Weiden weg wären. Durch sie gewinnt dieser Teil des Festplatzes einen Erholungsgebiet-Charakter."

Er kann sich aber vorstellen, wie von Wirtschaftsförderer Axel Blochwitz gefordert, die obere Wiese zur Straße hin neu zu planieren: "Dann könnten dort Zelte besser stehen. Bei allen Überlegungen sollte aber im Mittelpunkt stehen, dass die inzwischen schön gewordene Anlage rund um den Festplatz nicht so hässlich wie vor dem Neckarblühen wird."

Und wie geht es mit dem Weihnachtsmarkt weiter? Scherer: "Der Horber Advent muss als Marke so dastehen, dass die Menschen trotz Konkurrenz woanders kommen. Da muss man Bausteine setzen, die es woanders nicht gibt. Beim Essen und Trinken gibt es schon ein sehr breites Spektrum. Es wäre schön, wenn sich der Mittelaltermarkt stark vergrößert."

Einer Verlängerung steht Scherer derzeit eher skeptisch gegenüber: "Das macht nur Sinn, wenn es richtig sitzt. Der Trend ist schon, dass die Menschen sich auf dem Weihnachtsmarkt zum Essen und Trinken treffen. Vielleicht macht es mehr Sinn, solch einen Treffpunkt lieber kleiner, dafür aber zum 1. bis 24. Dezember zu bieten. Ohne Partner geht das aber nicht."

Neben Mittelalter-Fans soll das Angebot des Horber Advent 2013 stärker auf ältere Menschen focussiert sein. Claudia Beuter: "Diesmal fehlten die älteren Besucher."