Horb a. N. Bei der Kaserne dampft es

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Von Christof Schülke

Ein unbemerkter Defekt in der Heizzentrale Hohenberg oder sprichwörtlich "viel Dampf um nichts"? Das fragen sich Anwohner, die beobachtet haben, wie rund um den Speicher des Heizkraftwerks Dampf aus den Kanaldeckeln austritt.

Horb. "Wenn da etwas undicht ist und niemand bemerkt es, entsteht vielleicht ein Riesen-Schaden auf Kosten der Steuerzahler", sagte sinngemäß ein besorgter Bürger, der bereits mit Hohenberg-Anwohnern gesprochen hatte, denen der Dampf am Heizkraftwerk ebenfalls aufgefallen war.

Der Hinweis entpuppte sich als berechtigt. Am Fundament des Pufferspeichers und in dessen Umgebung sah es gestern Nachmittag wirklich ein wenig nach Waschküche aus. Genauer gesagt nach heißem Wasser, das irgendwo austritt und Dampf verbreitet, der auch durch die Kanaldeckel entweicht.

Um einen unentdeckten "Störfall" im Heizkraftwerk handelt es sich trotzdem nicht. Wie Bürgermeister Jan Zeitler auf Anfrage des Schwarzwälder Boten sagte, wird derzeit kontrolliert warmes Wasser aus dem Pufferspeicher abgelassen. Der Grund: Die Folie, mit der das Innere des Speichers ausgekleidet ist, hat irgendwo ein Leck, das man nur orten und reparieren kann, wenn der Speicher leer ist. Deshalb wird jetzt das Wasser abgelassen. Abnehmer, deren Heizungen an die Zentrale angeschlossen sind, brauchen aber nicht zu befürchten, dass sie gerade jetzt, an diesem unwirtlichen Wochenende, im Kalten sitzen müssen. Wie Jan Zeitler erklärt, kann das Blockheizkraftwerk fortlaufend so viel Energie erzeugen, wie gebraucht wird. Laut Eckhardt Huber, Technische Betriebe der Stadt, entsteht Letzterer durch das Ablassen des Wassers kein Schaden, da die derzeitigen Arbeiten der Firma an der Anlage noch nicht abgenommen seien.

Gebraucht wird der Wassertank ohnehin vor allem im Sommer. Der Behälter dient dazu, "Schwankungen des Verbrauchs sowie Abweichungen zwischen Energieerzeugung und Verbrauch zu kompensieren", steht auf einem Banner, das die Heizzentrale beschreibt. Schwankungen entstehen, wenn mehr warmes Wasser erzeugt als verbraucht wird, zum Beispiel im Sommer. Dann fließt das überschüssige Warmwasser in den "Pufferspeicher", von wo es dann ins Netz eingespeist wird..

Die Anlage verfügt über zwei Vergaser und Motoren, die in der Lage sind, rund 400 kW elektrische und 550 kW thermische Leistung zu erzeugen. Laut Angaben des Planungsbüros EFU können damit rund 600 Haushalte mit Strom und 300 Haushalte mit Wärme versorgt werden.

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