Horb a. N. Bauhof kämpft gegen Müllsünder

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Sauerei: Viele Menschen entsorgen auch im Raum Horb in der freien Natur Müll aller Art. Foto: Klormann

Horb - Wenn der Frühling beginnt, stehen vielerorts fleißige Helfer für die "Stadtputzete" in den Startlöchern. Unrat aufsammeln steht in Horb jedoch nicht nur einmal pro Jahr auf dem Programm. Den Bauhof beschäftigen die Hinterlassenschaften von Müllsündern von Januar bis Dezember.

Kein Mülleimer in Reichweite, die Hosentaschen sind voll, der Abfall lästig – schon ist es passiert: Zettel, Verpackungen oder Zigarettenstummel landen mit unauffälligen Gesten auf dem Boden oder im Gebüsch. Selbst diese Art illegaler Müllentsorgung ist keineswegs ein Kavaliersdelikt. In Baden-Württemberg kann solch ein Verhalten Bußgelder zwischen zehn und 25 Euro nach sich ziehen. In Horb kämpft der Bauhof jedoch noch mit Problemen ganz anderer Art.

So gibt es im Stadtgebiet mehrere "Hotspots" – Orte, an denen immer wieder größere Mengen Unrats auftauchen. "Besonders häufig wird Müll am Wanderparkplatz Nordstetten, am Parkplatz Rauschbart und am Parkplatz Rauher Grund abgeladen", berichtet Stadtsprecher Christian Volk. "Ebenso sind die Containerplätze im gesamten Stadtgebiet, die Bushaltestelle an der Kaserne sowie der Bereich Steigle, Nordring und die Bildechinger Steige Orte, an denen vermehrt Müll liegt und regelmäßig vom Bauhof entsorgt werden muss."

Besonders schlimm sei es dabei am Wanderparkplatz Nordstetten sowie beim Parkplatz Rauschbart. Diese sind bei der Stadt "leider seit Jahren als beliebte Abladeplätze" bekannt, erklärt Stadtsprecher Volk. Abladeplätze, an denen zudem nicht nur leere Kaffeebecher oder Essensreste vom Vesper in der Natur gefunden werden, sagt Volk. "Dabei handelt es sich um die verschiedensten Arten von Müll", so der Stadtsprecher. "Hausmüll, TV- und andere Elektrogeräte, Schränke, Sofas, Altreifen", zählt er auf und fügt hinzu: "Auffällig ist, dass in letzter Zeit die Hausmüllentsorgung immer stärker zunimmt."

Immer wieder, so berichtet Volk, sind auch besonders dreiste Umweltsünder unterwegs, um sich ihres schmutzigen Ballastes zu entledigen. So seien beispielsweise im Oktober 2011 im Gewann "Burgäcker" in Grünmettstetten 45 Farbkübel illegal entsorgt worden. Im März 2014 kippten Unbekannte im Bereich der Zufahrt zur Mülldeponie Rexingen eine größere Menge Eternitplatten und Bauschutt mit einem Gewicht von rund 1000 Kilogramm von einem Laster auf eine Wiese.

Und erst im August 2015 tauchte im Bereich der Gemarkungsgrenze zwischen Horb und Eutingen ein rund 100 Liter großes Fass mit Lösungsmittel und Schmierstoffen im Neckar auf. Ein gleichartiges Fass war eine Woche zuvor von der Feuerwehr Weitingen im Bereich der Eyach geborgen worden.

Jeder einzelne Fall ist für die Stadt zweifelsohne ein Ärgernis. Die Möglichkeiten, solche Müllablagerungen zu verhindern, sind jedoch begrenzt. "Wirksame Maßnahmen zu treffen, ist aus Sicht der Stadtverwaltung sehr schwierig", sagt Christian Volk. Müllschutzzäune, wie sie unter anderem am P+M Parkplatz an der A 81-Autobahnanschlussstelle Horb verwendet werden, seien zum Beispiel nur bedingt von Nutzen – nicht zuletzt, weil der Müll dann nicht wieder mitgenommen, sondern einfach vor dem Zaun abgeladen wird, wie das Landratsamt im Gespräch mit unserer Zeitung Ende vergangenen Jahres einräumte (wir berichteten).

Dennoch verbucht die Stadt einen solchen Zaun auf dem Parkplatz zwischen Bildechingen und Mühlen vor dem Neckarabhang, der dort vor einigen Jahren angebracht wurde, als Erfolg. "Dieser verhindert größtenteils, dass dort Müll den Abhang hinuntergeworfen wird", erklärt der Stadtsprecher. "Ebenfalls positive Wirkung zeigte die Aufschüttung eines Erdwalls im Bereich der Parkbucht entlang der B 32 zwischen Horb und Nordstetten (vor der ›großen Kurve‹)."

Immer wieder gelingt es auch, "Müllsünder" auf frischer Tat zu ertappen. In solch einem Fall, so Volk, werde "der Sachverhalt an das Landratsamt Freudenstadt – Bau- und Umweltamt – zur weiteren Verfolgung weitergegeben".

Sollte dann noch ein Schuldspruch erfolgen, ist die Konsequenz übrigens häufig kein Pappenstiel. Bei einer größeren Menge an Bauschutt (mehr als fünf Kubikmeter), an Sperrmüll (mehr als 200 Kilogramm) oder mehr als fünf alten Reifen können bis zu 2500 Euro Strafe drohen.

  
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Florian Ganswind

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