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Horb a. N. Autofahrer müssen sich umgewöhnen

Gerd Karjoth, vom 10.02.2012 00:07 Uhr
Das östliche Bahnhofsareal bekommt ein neues "Gesicht". Die Stadt informierte die Bürger über die neuen Straßen und Gebäude, die dort entstehen sollen. Foto: Hopp
Das östliche Bahnhofsareal bekommt ein neues "Gesicht". Die Stadt informierte die Bürger über die neuen Straßen und Gebäude, die dort entstehen sollen. Foto: Hopp

Horb - Wie wird das neue Einkaufszentrum auf dem Postareal gebaut? Klappt das mit den geplanten Ein- und Ausfahrten überhaupt? Solche Fragen bewegten die Bürger bei der Vorstellung der Bauplanung. Einzelne Bürger sehen die Gefahr noch größerer Staus.

Der Gemeinderat hat am 24. Januar beschlossen, den Bebauungsplanentwurf Bahnhofsplatz Ost – das Areal für das neue Einkaufszentrum – öffentlich auszulegen. Geplant sind Gebäude mit einer Gesamtverkaufsfläche von rund 11.000 Quadratmetern.

In einer öffentlichen Informationsveranstaltung im Versammlungsraum des Feuerwehrhauses erläuterte Christine König mit ihrem Mitarbeiter Knut Maier vom Planungsbüro Baldauf, Architekten und Stadtplaner in Stuttgart, Planungsinhalte und Ziele des Bebauungsplanes. Von der Stadt Horb anwesend waren Bürgermeister Jan Zeitler und vom Fachbereich Stadtentwicklung Peter Klein und Inge Weber.

Busbahnhof zwischen "Lindenhof" und Kreissparkasse

Zeitler erklärte, dass nur der Bebauungsplan erklärt wird. Es ging also nicht um die Frage, welche Art von Läden sich dort ansiedeln, sondern um die Frage der Gebäude- und Straßengestaltung. König zeigte das Plangebiet, den östlichen Teil des Bahnhofsumfeldes. Zwischen Damm- und Hornaustraße der Kreissparkasse, dem Bahnhofsplatz und auf dem ehemaligen Post-Areal sollen auf 1,9 Hektar das Einkaufszentrum, der Busbahnhof und neue Ein- und Ausfahrten entstehen.

Das jetzige Gebäude der Kreissparkasse und das Reisebüro sollen nach den Planungen weichen – sie sollen in den Neubau integriert werden. Das noch auf dem Gelände stehende denkmalgeschützte Gebäude wird abgerissen – das ist mit der Denkmalschutzbehörde so abgestimmt. Der "Lindenhof" und die Schaltzentrale bleiben erhalten. Der Busbahnhof wird zwischen "Lindenhof" und heutiger Kreissparkasse verlagert. Ein Ziel der Planung ist es, eine bessere Straßenanbindung zu schaffen. Aber auch die Fußgängerbereiche über den Flößersteg und die Christopherusbrücke sollen aufgewertet werden. Eine Fußgängerpassage durchs Einkaufszentrum soll den Zugang zu Bahnhof und Innenstadt erleichtern.

Das Einkaufszentrum bekommt, wenn es tatsächlich realisiert wird, eine einzige Zufahrt. Sie wird sich in etwa dort befinden, wo heute der Parkplatz provisorische Parkplatz (ehemalige Post) endet, im Dammbereich vor der Brücke über die Gleise. Eine Signalregelung ist nicht vorgesehen.

Die Ausfahrt wird in etwa dort verlaufen, wo heute der Bau mit dem Reisebüro steht. Dort wird aber nur eine Ausfahrt auf die Bundesstraße nach links oder rechts möglich sein.

Das Einkaufszentrum soll 19 Meter hoch werden und aus Untergeschoss, Erdgeschoss, zwei Stockwerken und Dachgeschoss bestehen. Das Dach wird begrünt.

250 Parkplätze oder mehr sind geplant, so Peter Klein. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung hat stattgefunden, und Gutachten über Natur- und Artenschutz, Schallschutz, Verkehr, Einzelhandel sowie eine abfallrechtliche Untersuchung liegen ebenfalls vor.

In der anschließenden Fragerunde erkundigten sich die Bürger vereinzelt über die zu erwartenden Sortimente. Erhebliche Zweifel wurden bei der Straßenplanung laut. Bürger befürchten zum Beispiel, dass sich von Nordstetten her Richtung Innenstadt noch mehr Staus bilden. Nämlich dann, wenn die Abbiegespur nach links zum Einkaufszentrum schon voll ist und weiterer Verkehr, der dorthin abbiegen will, die Fahrbahn in Richtung Horb blockiert – wo sich gerade zu den Stoßzeiten gerne Staus Richtung Nordstetten bilden.

Von Vorteil dürfte sein, dass vor dem Parkareal des Einkaufszentrums keine Schranke aufgebaut werden soll, sodass die Autos schneller hin­einfahren können.

Die Entwürfe des Bebauungsplanes und der örtlichen Bauvorschriften einschließlich der Begründung liegen bis Mittwoch, 7. März, während der üblichen Dienstzeiten beim Bürgermeisteramt, Fachbereich Stadtentwicklung, Marktplatz 14, 3. Stock, Eingangsbereich vor Zimmer. 531/532 öffentlich aus. Die Auslegungsunterlagen können auch im Internet eingesehen werden.

Kommentare (4)
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FEB
11
15:12 Uhr, geschrieben von Parteilos
Hat der Handel doch schon!
Dann hat der Horber Handel den schwarzen Peter. Den Rosenberger! Politik für das Volk sieht anders aus!
FEB
10
18:37 Uhr, geschrieben von L.S.
Wo sind die Alternativen???
E.D. schreibt Horb braucht endlich adäquate Einkaufsmöglichkeiten. Da stimme ich ihm voll und ganz zu. Aber die Mall am Bahnhof als allein glückseligmachende Lösung anzubieten, ist, um die Stadt als Mittelzentrum weiter zu bringen , meiner Meinung nach der falsche Weg. Es wird auch nicht ´plump´der Erhalt eines Gebäudes gefordert. Vorschläge, wie man das Backsteinhaus integrieren könnte wären sicher genügend vorhanden. Warum werden keinerlei Möglichkeiten zugelassen alternativ zu diesem Projekt zu planen? Warum hat man einen Herrn Vandeven, der eine Diskussion über die Qualität von Architektur angeregt hat schon beinahe des Verrats bezichtigt? Warum hat keiner ein Ohr für kritische Fragen, was mit der Innenstadt passieren soll, wenn der Verkehr nicht raus kommt, dafür aber eine übermächtige Konkurrenz am Bahnhof entstehen wird? Was , wenn die Mall doch nicht so angenommen wird, wie geplant und ein gutes Geschäft nach dem anderen abspringt, dann haben wir KIK und andere Billigläden als Zugpferde für einen funktionierenden Handel? Warum plant man nicht einzelne Gebäude, die viel einfacher umzuwidmen wären, wenn ein Wechsel der Nutzung erfolgt? Einen Wettbewerb, wie die Mall mit der Innenstadt verbunden werden soll für 100.000€ auszuschreiben halte ich für einen Witz. Bevor der Verkehr nicht aus der Stadt draussen ist macht das keinen Sinn. Erst dann könnte man sich über die Gestaltung Gedanken machen. Die B 14 ist eine Bundesstrasse, da kann strassenbautechnisch nichts gemacht werden. Das sind Bröckchen, die der Bevölkerung hingeschmissen werden, um zu zeigen: Schaut her, wir kümmern uns ,es wird ja etwas getan. Dann hat der Horber Handel den schwarzen Peter, weil dann gesagt wird, wir haben die Rahmenbedingungen geschaffen: Blumenkübel auf der Christophorusbrücke, Citymanager... jetzt liegt´s an euch. Statt von einem Investor zu fordern, er solle mit der bestehenden Struktur planen und dann in Ruhe zu überlegen, ob das so für die Stadt gut ist heißt es in Horb ´Wir sind nicht der Nabel der Welt, und wenn das so nicht gebaut wird kommt gar nichts, dann seid ihr selber schuld´. Armes Horb!!!
FEB
10
13:23 Uhr, geschrieben von E.D.
Antwort
"Parteilos" fragt: "Was fehlt denn noch für ein Kaufhaus das man bauen könnte?" Antwort: Das erste Kaufhaus in Horb, dass der Funktion eines Mittelzentrums gerecht wird und die Bevölkerung angemessen mit Bekleidung, Elektronikartikeln und weiteren wichtigen Sortimenten versorgt. Alternativen gibt es nicht. Die plumpe Forderung nach dem Erhalt eines seit Jahren leerstehenden Gebäudes, ohne Vorschlag einer möglichen Nutzung, ist ermüdend und ohne Perspektive für eine Stadt, die seit Jahrenzehnten hinter Ihren Möglichkeiten zurückbleibt. Immer her damit! Produzierendes Gewerbe mit "richtigen" Arbeitsplätzen nach Horb zu bringen schafft im Rathaus sowieso keiner da muss man neidvoll nach Empfingen schauen.
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