
Von Martin Dold Horb. "Es ist beeindruckend, wie die Beschäftigten zusammen stehen. Das Gemeinschaftsgefühl bei Lauffer ist beachtlich", so das Urteil der FDP-Fraktionsvorsitzenden und FDP-Landesvorsitzenden Birgit Homburger beim Besuch der Maschinenfabrik. Sie stattete mit Timm Kern, dem FDP-Landtagskandidaten dem Betrieb gestern einen Besuch ab. Dieser stand unter der Frage "Was kann die Politik für Unternehmen tun?".
Bei einem Rundgang durch die Produktion stellten die Geschäftsführer Hans-Martin und Richard Lauffer, der Assistent der Geschäftsführung Christof Lauffer sowie Betriebsleiter Walter Deibler und Klaus Riecher (Personal) die Situation des Unternehmens dar.
Die Auftragslage hat in den vergangenen Monaten gewaltig angezogen, die Auslastung bei Lauffer ist gut. Produziert werden vor allem Zylinder und Hydraulikblöcke für die Autoindustrie, aber auch komplexe Schaltkonstruktionen. Sichtlich beeindruckt waren Birgit Homburger und Timm Kern vom technischen Know-How bei Lauffer. Rund 40 Prozent der Basisteile werden vor Ort selbst gefertigt, den Rest bezieht man von einem ausgedehnten Netz an Lieferanten, bevor aus diesen die Qualitätsprodukte von Lauffer entstehen.
Konkurrenz aus China kennt nurwenig Skrupel
Aufhorchen ließ auch die außergewöhnlich hohe Ausbildungsquote. So befinden sich unter den 220 Beschäftigten rund 20 Lehrlinge. Trotz Krise wurde die Belegschaft bis auf zwei Stellen gehalten. So etwas sei nur in einem Familienunternehmen denkbar, lobte Timm Kern. In einem solchen Unternehmen setze man niemand leichtfertig vor die Tür.
Zur Sprache kam auch der verheerende Brand des Betriebsgebäudes im Jahr 1999 und der Wiederaufbau, der 2001 abgeschlossen war. Problematisch ist der weltweite Wettbewerb in vielerlei Hinsichten. So wird man seit Jahren bei Lauffer immer wieder auf Verletzungen von Patenten aufmerksam. Insbesondere Konkurrenten aus China kauften eine Maschine, baute sie auseinander und später nach, erzählt Klaus Riecher.
Die wirtschaftliche Erholung sei derzeit in vielen Branchen zu spüren, erklärte Homburger später, die große Frage sei, wie es nun weiter gehe. Sie erinnerte an den Einbruch im Jahr 2008, der ohne Anzeichen im Vorfeld herein gebrochen sei.
Die Zyklen der wirtschaftlichen Auf- und Abschwünge seien künftig kürzer als dies in der Vergangenheit der Fall gewesen sei, prognostizierte die FDP-Politikerin. Da man aufgrund der Globalisierung stärker abhängig von der Entwicklung in anderen Ländern sei, verringere sich der Einfluss der Politik auf die Wirtschaft im Lande.
Aufgabe der Politik sei es, für die Unternehmen die passenden Rahmenbedingungen zu schaffen, beispielsweise bei der Breitbandversorgung, den Bildungs- und Forschungsmöglichkeiten oder die Unterstützung von Kleinbetrieben durch die von der FDP initiierten und nun in anderen Bundesländer kopierten Innovationsgutscheine.