Horb - Passanten blieben interessiert stehen, Autofahrer quittierten die Verkehrsführung mit einem Kopfschütteln: Der gestern gestartete Abriss des Küsterhauses sorgte für Gesprächsstoff.

Am frühen Morgen legte der Bagger los und riss die ersten Löcher in die brüchige Fassade des Küsterhauses. Kapo Rüdiger Vollmar vom Abrissunternehmen Hipp aus Hechingen hatte mit seinen Mannen gestern kein Erbarmen. Am Ende des Tages war etwa ein Drittel des Gebäudes schon Vergangenheit.

"Große Schätze haben wir leider nicht gefunden", erzählt Vollmar schmunzelnd. Im Gegenteil: Das Gebäude sei in einem schlechten Zustand gewesen. Das Alter der Gemäuer kann man an der Baustelle riechen. Naserümpfend nahmen Passanten den moderigen Geruch wahr. Ob die von Franz Geßler gekennzeichneten historischen Sandsteine wirklich überleben, könne er noch nicht versprechen, so Vollmar. "Die sind oft sehr brüchig."

Der Abbruch des Gebäudes sei kein großes Problem. Alles Routine. Die einzige Besonderheit sei die enge Bebauung. "Da müssen wir natürlich vorsichtig sein." Doch die Firma bekam gestern für ihr Auftreten schon viel Lob – unter anderem von Josef Breier, Filialleiter der Stadt-Apotheke. Der ist ganz gespannt auf den künftigen Ausblick aus seinem kleinen Bürofenster. "Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie ich es ertragen habe, drei Jahrzehnte auf die Mauer geschaut zu haben."

Weniger glücklich waren gestern die Autofahrer. Sie zeigten sich mit der unübersichtlichen Verkehrsführung unzufrieden. Denn von der Christopherusbrücke kommend darf man laut Beschilderung nicht links in die Schillerstraße einbiegen. Man muss also der Neckarstraße folgen und später irgendwo umdrehen. Auch fehlte gestern ein zeitiger Hinweis an der Kreuzung zur Neckarstraße, die auf die Sperrung hinwies. So verirrten sich gestern viele Autofahrer in Richtung Wilhelmstraße und mussten in der Nähe des Kaiser-Parkhauses wenden.