Höfen Ja zu einer neuen Fischtreppe
Schwarzwälder-Bote, 20.07.2012 19:02 UhrHöfen (rz). Zwei Gründe sind es, welche die Gemeinde Höfen bewogen haben, einen Planungsauftrag zur Anlegung einer neuen Fischtreppe bei ihrer Wasserkraftanlage an der Enz zu erteilen.Zum einen die gegenüber bisher verschärften Regelungen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie und zum anderen die im Jahr 2015 anstehende Verlängerung der Betriebserlaubnis für die Wasserkraftanlage, die eine den neuen Kriterien entsprechende Fischtreppe voraussetzt.
Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie verfolgt das Ziel eines guten ökologischen Zustandes aller Oberflächengewässer und damit eines Gleichgewichts zwischen Ökologie und Ökonomie bis spätestens im Jahr 2015. Zudem fordert das Landratsamt Calw von der Gemeinde Höfen den Neubau einer Fischtreppe bis zum Jahresende, weil die jetzige für den Leitfisch der Enz, die Esche, zu steil ist.
Das Pforzheimer Ingenieurbüro Hutarew & Partner hat dazu eine mit den Genehmigungsbehörden abgestimmte Planung erstellt, die Diplom- Ingenieur Enrico Cavadine dem Gemeinderat bei seiner jüngsten Sitzung erläuterte. Wie dabei zu erfahren war, bestehen die Genehmigungsbehörden für die neue Fischtreppe auf einem deutlich erhöhten Mindestwasser, das dann nicht mehr zur Stromerzeugung genutzt werden kann. Und zwar anstatt jetzt 220 Liter pro Sekunde künftig 600 Liter pro Sekunde. Dadurch vermindert sich die Leistung der Stromerzeugungsanlage um rund 18 Prozent und damit von jetzt rund 400 000 Kilowattstunden im Jahr um rund 70 000 Kilowattstunden auf dann noch rund 330 000 Kilowattstunden.
Ein gewisser Ausgleich ist der Anstieg der Vergütung für jede Kilowattstunde von 7,67 Cent auf 12,7 Cent für einen Zeitraum von 20 Jahren nach dem Bau der neuen Fischtreppe, so dass die Einnahmen der die Anlage betreibenden Touristik trotz der reduzierten Leistung um rund 10 000 Euro jährlich steigen können. Bei dieser angenommenen Ertragssteigerung würden sich die Baukosten in 12,4 Jahren amortisieren.
Nachdem eine neue Fischtreppe die Voraussetzung für die Verlängerung der Betriebserlaubnis der Wasserkraftanlage ist, rechnet sich der Bau nach Darstellung der Verwaltung auf jeden Fall. Die Gesamtkosten für die Fischtreppe sind mit 123 750 Euro anzunehmen. Eingestellt im Haushaltsplan sind 118 000 Euro, so dass eine überplanmäßige Ausgabe von rund 5750 Euro zu erwarten ist.
Nach der Abklärung einiger Detailfragen wurde das Ingenieurbüro beauftragt, den Neubau der Fischtreppe auszuschreiben, um die Bauausführung vorbehaltlich der Einhaltung des angenommenen Kostenrahmens noch in diesem Jahr vergeben zu können.
Zur Vorbereitung einer baulichen Erweiterung der Firma Schneeberger im Gewerbegebiet Gräfenau stimmte der Gemeinderat unter einem weiteren Tagesordnungspunkt dem Abbruch zweier betriebseigener Gebäude zu.



