Von Winnie Gegenheimer

Höfen. Grünes Licht für die Gewinnung von Solarstrom mit einer Fotovoltaikanlage auf dem Höfener Kindergartendach hatte der Gemeinderat vergangene Woche der BürgerEnergiegenossenschaft Schömberg (BEG) signalisiert (wir berichteten). Rede und Antwort zum Thema standen am Donnerstag im Rahmen einer Bürgerversammlung Steffen Linder vom Vorstand der BEG, Rüdiger Pfrommer von der mit der Projektierung und technischen Umsetzung betrauten Firma sowie Bürgermeister Holger Buchelt, selbst im Aufsichtsrat der Schömberger BEG.

Das Interesse der Höfener Bürger hielt sich in Grenzen: Ganze vier fanden sich im Kursaal ein. Linder erklärte zunächst den Zweck der Genossenschaft, erneuerbare Energie zu gewinnen durch kommunale Projekte in der Region. Ausdrücklich dürften Bürger aus der gesamten Region Anteile zeichnen. Die im Mai 2012 gegründete BEG hat 110 Mitglieder und bei Anteilen zu 100 Euro ein Kapital von 230 600 Euro. Noch in diesem Jahr soll mindestens eines der beiden fertig projektierten Vorhaben, Solaranlagen auf den Dächern der Kindergärten Bieselsberg und Oberlengenhardt, in Betrieb gehen.

Für den Höfener Kindergarten, so Pfrommer, sei beim Energieversorger eine Anfrage auf Vergütung gestellt worden. Das Bauvorhaben hätte ein Investitionsvolumen von rund 32 000 Euro.

Es sei davon auszugehen, dass bei der Installation von 80 Modulen mit einer Leistung von 20 Kilowattpeak in der Spitze 90 Prozent des erzeugten Stroms gemäß Energieeinspeisegesetz abgenommen würden zu einem Preis von 16 bis 17 Cent pro Kilowattstunde. Bei einer Jahresleistung von 18 000 Kilowattstunden sei ein Erlös von knapp 3000 Euro für die BEG zu erwarten. Das Gesetz garantiert den Abnahmepreis für 20 Laufzeitjahre. Die restlichen zehn Prozent wären Eigenverbrauch durch den Kindergarten – deren Abnahmepreis wäre mit der Gemeinde Höfen zu verhandeln. Nach zehn bis 14 Jahren hätte sich die Anlage amortisiert. Die Rendite für die Anteilseigner läge zu Beginn bei zwei bis drei Prozent, Tendenz steigend. Die Lebensdauer der Module schätzt Pfrommer auf bis zu 30 Jahre. Linder betonte, dass die BEG jährlich Rücklagen bilde, sodass nach Ablauf der 20-Jahres-Frist das investierte Kapital wieder zur Verfügung stehe. Außerdem bestehe im Verlustfall keine Nachschusspflicht für die Anteilseigner.

Bürgermeister Buchelt ließ sich trotz seiner Enttäuschung über die geringe Besucherresonanz der Veranstaltung nicht beirren: In der nächsten Gemeinderatssitzung wird er den Beitritt der Gemeinde Höfen zur BEG Schömberg mit zehn Anteilen, also 1000 Euro, vorschlagen. Außerdem möchte er die BEG darin unterstützen, weiterhin in Höfen zu werben, den ökologischen Gesamt- wie den wirtschaftlichen Nutzen für den Einzelnen herausstreichen, um ausreichend Kapital für das Projekt Kindergartendach zusammenzubekommen. Eine eigene Höfener BEG sei nicht rentabel, da es nicht genügend geeignete Dachflächen gebe. Die Dachsubstanz von Schule, Rathaus und Kirche seien zu alt, und auch das Denkmalamt habe bisher abgewinkt.