
Höfen - "Wir haben noch nie einen Spatenstich gemacht, obwohl dieses jetzt der sechste Bauabschnitt ist", hat Stefan Wöhr von der gleichnamigen Firma in Höfen bei seiner Begrüßung der Ehrengäste gesagt.
Antizyklisches Verhalten in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sei stets mit einem großen Risiko behaftet, macht die Geschäftsleitung in einer Pressemitteilung deutlich. Mut zum Risiko zeige insofern die Geschäftsleitung der im 43. Jahr bestehenden Firma Richard Wöhr GmbH, wenn sie in 2010 rund drei Millionen Euro in einen Neubau zur Erweiterung des Firmengebäudes im Höfener Industriegebiet Gräfenau investiere. Während andere Firmen der Branche im vergangenen Jahr über zweistellige Umsatz- und Auftragseinbrüche geklagt hätten, habe das inhabergeführte Familienunternehmen in Sachen Industrielackiererei den Blick stets nach vorne gericht. Durch eine intelligente Personalpolitik, bei der die mehr als 70 Mitarbeiter frühzeitig einbezogen worden seien, habe das Unternehmen mit flexiblen Arbeitszeiten und Mehrfachqualifikationen, die Erweiterung des Produktportfolios und Kundenkreises durch die Übernahme der KM-Gehäusetech GmbH & Co.KG und weiterer Marketingmaßnahmen eine Kurzarbeit vermeiden können. Die Kapazitätsauslastung in den fünf Bereichen Oberflächentechnik, Tastaturbau, Gehäusefertigung, CNC-Blechbearbeitung und Systemtechnik habe somit auf einem konstanten Niveau gehalten werden können.
Für den Ausbau des Standortes Höfen seien neben der notwendigen Kaufmöglichkeit des erforderlichen Grundstückes von Albert Genthner auch die guten Rahmenbedingungen durch die Gemeinde Höfen mit Bürgermeister Holger Buchelt an der Spitze entscheidend gewesen, war von Geschäftsführer Stefan Wöhr zu erfahren.
Von erstaunten Gesichtern erzählte er beim Spatenstich, als die Firmenleitung den geplanten Anbau mit drei Stockwerken und somit eine Verdoppelung der bisherigen Produktions- und Lagerfläche beschlossen habe. "Einstimmig muss eine solche Entscheidung fallen", sagte Stefan Wöhr. Er machte deutlich, dass die Firmenleitung mit Bruder Jürgen Wöhr und Firmengründer, Vater Richard Wöhr, selbst bei größeren Entscheidungen immer schnell einig sei.
Seit 17 Jahren sei Helmut Krieg als Architekt für das Unternehmen Wöhr tätig und begleite auch dieses Bauprojekt, so Stefan Wöhr.
Für die Firma Weisenburger Bau aus Rastatt als Generalübernehmer habe sich die Geschäftsleitung entschieden, da diese mit ihrer Firmenphilosophie und ihren Referenzen gut zur Firma Wöhr passe, erfuhren die Anwesenden weiter.
Richard, Stefan, Jürgen und Petra Wöhr umrahmten den Akt des Spatenstiches musikalisch und bliesen in ihre Alphörner.
Der Landtagsabgeordnete Thomas Blenke habe unterstützend für eine größere Lösung gesorgt, indem er sich dafür eingesetzt habe, dass die Firma Fördermittel aus dem "Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum" bekomme, sagte Stefan Wöhr. Blenke betonte, dass der Spatenstich für ihn ein schöner Arbeitsbeginn nach dem Urlaub sei, auch in Bezug auf die Standortsicherung mit den damit verbundenen Arbeitsplätzen.