Von Heinz Ziegelbauer Höfen. Der Höfener Gemeinderat muss sich in den nächsten Monaten zum Standort eventueller künftiger Windkraftanlagen im Bereich der Verwaltungsgemeinschaft Oberes Enztal positionieren.Wobei es nach heutigem Stand vorzugsweise um Anlagen auf dem Kälblingskopf bei Calmbach, auf dem Eiberg und auf dem Hengstberg gehen dürfte.

Das ist das Ergebnis des Sachstandsberichts von Rüdiger Jungkind als Abteilungsleiter Baurecht und Bauverwaltung der Stadt Bad Wildbad bei der jüngsten Gemeinderatssitzung im Höfener Kursaal.

Dorthin war wegen eines eventuell größeren Zuhörerinteresses die Beratung verlegt worden. Im Gegensatz zur Gemeinderatssitzung vor zwei Wochen, auf deren Tagesordnung dieses Thema schon gestanden hatte, waren nur einige wenige Besucher gekommen.

Rüdiger Jungkind erläuterte zunächst den Ablauf des Verfahrens zur Aufstellung des Teilflächennutzungsplans "Windenergieanlagen" für den Verwaltungsraum Oberes Enztal. Während in der ersten Stufe die formfreie Bürgerbeteiligung und die erste Runde der Behördenbeteiligung stattfinden, ist seinen Ausführungen zufolge das Kernstück der Stufe zwei die öffentliche Auslegung des Planentwurfs, bei der dann für jedermann die Möglichkeit besteht, Bedenken und Anregungen vorzubringen.

Parallel dazu erfolgt die Abstimmung mit den sogenannten Trägern öffentlicher Belange und mit den Nachbargemeinden. In seinen weiteren Ausführungen schilderte Rüdiger Jungkind die neue Rechtslage nach dem baden- württembergischen Regierungswechsel im vergangenen Jahr.

Was die Verwaltungsgemeinschaft Oberes Enztal anbetrifft, wurde am 30. November 2011 für den Teilflächennutzungsplan "Windenergieanlagen" der Aufstellungsbeschluss gefasst, und zwar auch mit der Maßgabe, dass die Entscheidung der Baurechtsbehörde zum Bau eventueller Windkraftanlagen bis zu einem Jahr zurückgestellt werden kann, um auf der Planungsebene Zeit zu gewinnen.

"Alle drei Standorte werden auf den Prüfstand gestellt", betonte Rüdiger Jungkind und meinte damit den Hengstberg, den Eiberg und den Kälblingskopf, bei denen die notwendige Windhäufigkeit gegeben sein dürfte.

Die Frage, bis wann sich Höfen definitiv zu äußern habe, beantwortete Jungkind mit "nicht vor Anfang des nächsten Frühjahres".

Angesprochen wurden in der weiteren Diskussion die in Höfen vorhandenen Lebensräume von Fledermäusen, des Milans und des Fischreihers, deren windkraftrelevante Biotope abzuklären sein werden. "Wir haben nicht unendlich Zeit, in drei bis vier Monaten wollen wir Ihre Meinung hören, die müssen wir haben", erklärte sich Bürgermeister Buchelt gegenüber dem Gemeinderat und meinte damit die Abgabe einer konkreten Stellungnahme.