Hochschwarzwald Naturschützer wollen Feuerwerk verhindern

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Ein bombastisches Feuerwerk soll am 23. Februar über dem Schwarzwald niedergehen. Foto: Kraufmann

Feldberg - "Pyro Games on Snow" nennt sich die Show der Magdeburger Firma A& O Pyrogames, die am 23. Februar im Hochschwarzwald Station machen soll. Genauer: unweit der Grafenmatt, im Winter ein beliebter Treffpunkt für Skifahrer. Dumm nur, dass ganz in der Nähe das größte und älteste Naturschutzgebiet Baden-Württembergs angrenzt. Weil dort streng geschützte Tiere, unter anderen das Auerhuhn, leben und das Spektakel auch noch mitten in die Winterruhe fällt, sind die Naturschützer in höchster Alarmbereitschaft.

"Der Explosionslärm von Feuerwerkskörpern dieser Größenordnung bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Tierwelt", sagt Reiner Ehret, der Vorsitzende des Landesnaturschutzverbands (LNV). Ende Februar hätten die Tiere schon zwei bis drei Monate auf Sparflamme gelebt, den Kreislauf heruntergefahren. Wenn dann laut geknallt werde und Lichteffekte die Umgebung erhellten, würden die Tiere schnell in Panik geraten.

Andere naturnahe Experten kommen zu einem ähnlichen Schluss. Böller und Raketen "stellen einen erheblichen Eingriff in die Auerhuhngebiete dar", meint Rudi Suchant von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg. Der Naturschutzbeauftragte des Kreises Breisgau-Hochschwarzwald, Karl-Ludwig Gerecke, meint: "Für Borstgrasrasen und Kleinseggenried spielt ein Feuerwerk sicher keine Rolle". Die Frage sei, welche Auswirkungen ein Feuerwerk auf Tiere hat. Dass von bisherigen Feuerwerken keine negativen Auswirkungen bekannt sind, heiße nicht, dass es solche nicht gibt.

"Totaler Schwachsinn", entgegnet Stefan Wirbser (CDU). Der Bürgermeister von Feldberg ist verärgert. "Jedes Wintergewitter verursacht genauso viel Blitze und Donner, das die Tiere stört." Überhaupt sei das Feuerwerk nicht in unmittelbarer Nähe zum Naturschutzgebiet geplant, sondern "einen Kilometer entfernt". Wirbser relativiert die Größenordnung: Die Veranstaltung (Preis: 14 bis 24 Euro) richte sich an Familien, erwartet werden höchstens 2000 Gäste. Nach 20 Minuten sei die Knallerei vorbei.

Die Fronten sind verhärtet, entscheiden wird das Regierungspräsidium. Wie herauszuhören ist, wird man für das Feuerwerk wohl eher den Daumen senken.

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