
Hechingen. Mit seinem politischen Rang war Graf Eitelfriedrich II. der bedeutendste Vertreter der schwäbischen Hohenzollern. Zu seinem 500. Todestag zeichnet am Sonntag, 5. Februar, Stadtführerin Johanna Werner sein Leben nach. Treffpunkt ist um 15 Uhr in der Stiftskirche
Die herausragende Stellung dieses Zollergrafen, der von 1452 bis 1512 lebte, belegt die aufwändige Grabplatte, die in der Hechinger Stiftskirche zu bewundern ist. Als junger Adeliger am Hof des Kurfürsten Albrecht Achilles von Brandenburg aufgewachsen und mit der Nichte des Kurfürsten verheiratet, übernahm er im Lauf seines Lebens hohe Ämter am kaiserlichen Hof und in der Reichspolitik. Er galt als besonderer Vertrauter von Kaiser Maximilian I., der ihn 1495 zum ersten Präsidenten des neuen Reichskammergerichts und 1502 zum Oberhofmeister berief.
Nach dem Tod seines Vaters Jos Niklas I. im Jahr 1488 übernahm Eitelfriedrich II. die Grafschaft Zollern mit Residenz in Hechingen. Mit seinem Bruder Friedrich von Zollern, der Bischof von Augsburg war, errichtete er in der Oberstadt eine Kirche, die Pfarrkirche wurde. 1510 ließ er ein neues Rathaus bauen, in dem stets 1000 Malter Korn als Vorrat für Notzeiten gespeichert werden sollten.
Den Tod fand er 1512, als er im Auftrag von Kaiser Maximilian I. die erste öffentliche Präsentation des "Heiligen Rocks" in Trier organisieren sollte. Die Schau im Rahmen eines Reichstags wurde durch eine Seuche verhindert, der auch der Graf zum Opfer fiel. Acht Tage später wurde er in einer prunkvollen Feier in der Stiftskirche in Hechingen beigesetzt.
Schon zu Lebzeiten hatte Eitelfriedrich für sich und seine Gemahlin Magdalena von Brandenburg ein Grabdenkmal beschafft. Es wurde vermutlich nach einer Zeichnung von Albrecht Dürer von der berühmten Gießhütte von Peter Vischer in Nürnberg aus Bronze gefertigt. Der Sarkophag ruhte auf vier Löwen und war mit Engeln geschmückt. Erhalten ist davon die Deckplatte, auf der der Orden vom Goldenen Vlies, der Schwanenorden, die Erbkämmererstäbe, Wappen sowie Löwe und Hündchen zu sehen sind. Was dies bedeutet, wird die Stadtführerin erklären.
Abgüsse der Grabplatte finden sich auf der Burg Hohenzollern, im Schloss in Sigmaringen, im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg und im Berliner Museum.