Hechingen. Die 21-jährige Hanna Gnant aus Rangendingen ist Erste Kammersiegerin im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks. Die Orthopädiemechanikerin und Bandagistin arbeitet in einer Orthopädietechnikfirma in Balingen.

Frau Gnant, welche Arbeit haben Sie für Ihre Gesellenarbeit erstellt, für die Sie ausgezeichnet wurden?

Ich habe eine Unterschenkelprothese hergestellt. und ein maßangefertigtes Kreuzstützmieder, das ist eine Rückenbandage, genäht. Zudem habe ich einen Gips modelliert.

Was genau machen Sie als Orthopädiemechanikerin und Bandagistin?

Ich fertige beispielsweise Prothesen an, und ich stelle Hilfsmittel für Menschen her, die körperlich stark eingeschränkt sind. Mit meiner Arbeit kann ich ihnen das Leben unmittelbar erleichtern.

Wie sind Sie in diesen Beruf gekommen?

Ich wollte auf jeden Fall etwas im Handwerk und mit Menschen machen. Meine Tante ist Physiotherapeutin und hat mich auf die Idee gebracht. Nach meinem Realschulabschluss habe ich zuerst ein Praktikum gemacht. Das war der Beruf, den ich lernen wollte.

Welche Kenntnisse sind für diesen Beruf bedeutend?

Technologie spielt eine große Rolle, aber auch medizinische Fachkunde. Man muss beispielsweise wissen, welche Bänder und Muskeln der menschliche Körper hat, welche Krankheiten es gibt und wie sich das, was man empfiehlt, auf den Patienten und seinen Körper auswirkt.

Was begeistert Sie am meisten an ihrem Beruf?

Mit Kindern zu arbeiten macht am meisten Spaß. Sie haben große Lebensfreude und gehen mit ihrem Schicksal anders um als Erwachsene. Das beeindruckt mich immer wieder. Zum anderen muss man auch sehr ideenreich sein. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, um den Patienten zu helfen. Zum Beispiel muss das passende Produkt und das richtige Material ausgewählt werden. Es macht einfach sehr viel Spaß.

Wie wichtig ist Ihnen der Umgang mit Menschen? Sehr wichtig. Man muss sich in die Leute hineinfühlen können. Viele hatten einen Unfall. Ich erhalte Einblick in das Leben dieser Menschen.

Würden Sie anderen jungen Leuten empfehlen, diesen Beruf zu erlernen?

Wenn jemand handwerklich begabt ist und soziale Kompetenzen hat, ja.

u Die Fragen stellte Julia Christiane Hanauer

Am Donnerstag hat die Handwerkskammer Reutlingen in der Stadthalle Museum in Hechingen die besten Junghandwerker des Kammerbezirks geehrt. Die Geehrten aus den Landkreisen Zollernalb, Freudenstadt, Reutlingen, Tübingen und Sigmaringen haben beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks die ersten Plätze in ihren Berufen belegt.

250 Gesellen aus dem Gebiet der Handwerkskammer Reutlingen nahmen in diesem Jahr an dem Wettbewerb teil. Insgesamt räumten die Gesellen des Kammerbezirks 84 Auszeichnungen ab, davon gingen 31 an Frauen.

Der Wettbewerb wird in vier Stufen durchgeführt. Er beginnt auf der Innungsebene und wird auf Handwerkskammer-, Landes- und Bundesebene fortgesetzt. Der Leistungswettbewerb, den es seit 1951 gibt, stellt unter anderem die Vorzüge der Ausbildung in einem Betrieb heraus und wirbt für das Handwerk.