Hechingen - Die kleine Masha aus Weißrussland, die ein Jahr lang wegen Krebs in Tübingen behandelt wurde, ist gesund. Sie feiert Weihnachten zuhause bei ihrer Familie. Für die Unterstützer aus Hechingen ist das "eine tolle Erfolgsgeschichte".

Gesund und "als kleiner Wirbelwind" habe Masha die Tübinger Kinderklinik bereits am 16. November verlassen, berichtet Cornelia Bierlmeier. Sie ist Vorsitzende des Hechinger Vereins "Kinder brauchen Frieden", der die Behandlung des Kinds unterstützt hat. Wahrscheinlich kann die inzwischen fünfjährige Masha bald den Kindergarten besuchen. "Sie kann leben wie ein ganz normales Kind", sagt Bierlmeier. Es sei toll gewesen, zu sehen, wie das Leben wieder in den kleinen Körper zurückgekehrt sei.

Heilungschancen standen am Anfang gar nicht gut

Dabei standen die Chancen für die damals vierjährige Masha anfangs nicht gut. In Minsk war 2011 die Krankheit festgestellt worden. Nach vier Chemotherapien konnten die dortigen Ärzte nichts mehr für das Kind tun. Eine Medizinerin kannte jedoch die Kinderklinik in Tübingen und so konnte Mashas Vater Kontakt zu den deutschen Ärzten aufnehmen, schickte ihnen die Unterlagen und bekam schließlich die positive Nachricht: Die Tübinger Ärzte können Masha behandeln.

Doch damit kam zugleich das nächste Problem auf die Familie zu: die Finanzierung. Denn der erste Kostenvoranschlag belief sich auf 245 000 Euro. Mashas Vater habe eine Spendenaktion in Weißrussland angeleiert, sei ins Fernsehen gegangen, habe das Schicksal seiner Tochter publik gemacht, erzählt Cornelia Bierlmeier. Mit Erfolg: Der Fußballverein Dinamo Minsk spendete beispielsweise 100 000 Euro. Auch "Kinder brauchen Frieden" wurde angesprochen. Mit Hilfe von Spendern aus Hechingen und Albstadt bekam der Verein rund 42 000 Euro zusammen.

Masha musste von August an in der Kinderklinik Tübingen viele Behandlungen über sich ergehen lassen. "Wir haben mehrmals um das Leben von Masha gebangt", sagt Cornelia Bierlmeier. Immer an Mashas Seite: ihre Mutter, die wegen der schweren Krankheit der Tochter ihren Beruf als Erzieherin aufgab.

Ihren Bruder und die Oma hat Masha in dem einen Jahr nur einmal gesehen, der Vater war öfter zu Besuch. "Aber die Flüge sind einfach sehr teuer." Die ganze Verwandtschaft habe zusammengelegt, damit er nach Deutschland kommen konnte. Denn als Polizist verdiene er in Weißrussland nur 230 Euro im Monat, berichtet Bierlmeier.

Doch nun hat Masha die Krankheit überwunden. "Die Ärzte sind sehr zuversichtlich", weiß Bierlmeier. Die Blutwerte des Mädchens seien gut und es seien keine Krebszellen nachweisbar.

Am meisten habe sich Masha auf ihren Bruder und den kleinen Hund gefreut. "Es ist eine tolle Erfolgsgeschichte – nach all dem Auf und Ab", freut sich Cornelia Bierlmeier.

Im Februar kommt Masha noch einmal zu einer Nachuntersuchung nach Tübingen. Da inzwischen der Betrag der Spenden bei 265 000 Euro liege, könne auch diese Behandlung noch davon bezahlt werden, sagt die Vorsitzende.