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Hechingen - Wird wohl nix: Das Wahlbüro Südwest hat die Bürgermeisterwahl in Hechingen nicht mehr auf der Agenda. Berater Bernd Richard Hinderers potenzielle Kandidaten haben abgewunken.
Dies erklärte Hinderer, bisweilen auch griffig »Bürgermeistermacher« genannt, gestern auf Nachfrage unserer Zeitung. Für zwei Interessenten hatte der Marketing- und PR-Berater aus Gomadingen das Feld vorsondiert.
Ein paar Wochen später sieht die Lage anders aus: Der erste Interessent wolle eine andere berufliche Richtung einschlagen, der zweite kandidiere andernorts. »Der Wahlkampf dort läuft schon«, so Hinderer.
Damit ist auch für Hinderer die Wahl in Hechingen wohl abgehakt. »Bis Oktober bin ich gut ausgelastet«, so der Berater, »schade, ein Wahlkampf vor meiner eigenen Haustür wäre natürlich reizvoll gewesen.«
Der Rückzieher Hinderers wird die öffentliche Sorge, die allenthalben geäußert wird, wohl noch verstärken: Tritt ein ernstzunehmender Bewerber im Zollerstädtchen an, gibt’s vielleicht sogar eine echte Auswahl mit Alternative? In Hechingen ist momentan noch Ruhe im Busch, für manchen zu viel Ruhe. Selbst Kenner der Kommunalpolitik sind irritiert. Die Reaktion aus dem Hechinger Rathaus fällt gelassen aus: »Die Stellenausschreibung ist noch gar nicht erfolgt, das passiert am 22. Juli«, so Thomas Jauch, Pressesprecher der Stadt.
Auch Hinderer empfiehlt Hechingen, »locker und auf dem Boden« zu bleiben. Zwar erfordere jede Wahlkampfkonstellation eine eigene Strategie. Generell wundert es ihn aber überhaupt nicht, dass der Rathausbriefkasten vor der offiziellen Ausschreibung noch nicht überquillt vor Bewerbungsmappen. »Das ist normal, das wird sich schon noch ändern«, glaubt Hinderer.
Der Satz »Wer sich als erstes bewegt, verliert« besitze bei Wahlen zwar keine generelle Gültigkeit. Aber was dran sei schon. Soll heißen: Wer sich zu früh aus den Hecken wagt, ist gerne schon mal verheizt, bevor es überhaupt richtig losgeht. »Interessenten sind also gut beraten, so spät wie möglich an die Öffentlichkeit zu treten«, so Hinderer. Im Vorfeld könnten aber bereits Kontakte aufgebaut werden.
Eine aktive Kandidatensuche durch die etablierten Parteien und Politikinitiativen in der Stadt sieht Hinderer mit Skepsis. »Die meiste Aussicht auf Erfolg hat in der Regel ein Kandidat, der aus eigenem Antrieb kommt, und der das Prädikat Unabhängiger Bewerber nicht nur wie eine Fahne vor sich herträgt, sondern wirklich unabhängig ist«, findet Hinderer. Dass das Timing für Bewerber angesichts der Sommerferien etwas schwieriger ist, stelle Bewerber nicht vor unlösbare Probleme: »Da gibt’s schon passende Strategien.«
- Die Ausschreibung erfolgt am 22. Juli, die Bewerbungsfrist dauert bis Montag, 12. September, 18 Uhr. Die Bürgermeisterwahl findet am Sonntag, 9. Oktober, statt, ein möglicher zweiter Wahlgang würde am Sonntag, 23. Oktober, erfolgen.