Hausen am Tann Telefonbetrüger auch im Kreis aktiv

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Achtung PC-Nutzer: Wenn angebliche Mitarbeiter von Software-Unternehmen anrufen und dazu auffordern, am PC verschiedene Einstellungen zu ändern, am besten sofort auflegen und sich bei der Polizei melden. Foto: Skoda

Hausen a. T. - Die Masche ist nicht neu: Angebliche Mitarbeiter von Microsoft drängen per Anruf ahnungslose PC-Nutzer dazu, eine Fernwartungs-Software oder einen Trojaner zu installieren. In Hausen am Tann hat ein Leser des Schwarzwälder Boten jetzt einen solchen Anruf erhalten.

"Der Anrufer ist massiv aufgetreten", sagt der Hausener. Der Mann habe sich als Mitarbeiter der Microsoft-Firmenzentrale ausgegeben und ihn aufgefordert, sofort an seinen PC zu gehen und dann nach Anweisung verschiedene Dinge zu erledigen. Der Anrufer habe gesagt, man müsse sich um einige Unstimmigkeiten am Computer kümmern.

"Internet-Kriminalität ist unser tägliches Brot"

Er habe dies natürlich nicht getan, sondern dem Anrufer gesagt, er werde sich bei der Softwarefirma selbst erkunden, was es damit auf sich habe. Der Anruf, so erzählte er dem Schwarzwälder Boten, sei wohl aus Kasachstan gekommen. Dies habe er aufgrund der Telefonnummer herausgefunden.

Auch müsse sich der anonyme Anrufer aus einer Art Großraumbüro gemeldet haben, weil im Hintergrund lautes Stimmengewirr zu hören gewesen sei. "Ich gehe davon aus, dass da mehrere Leute solche Anrufe getätigt haben." Bei der Polizei sind Fake-Anrufe dieser Art wohl bekannt, mit denen den arglosen Opfern Geld aus der Tasche gezogen werden soll beziehungsweise versucht wird, an ihre Daten oder Passwörter zu gelangen.

Allerdings sei die "Microsoft-Masche" in der Region in jüngster Zeit kaum vorgekommen, sagt Thomas Kalmbach, Pressesprecher des Polizeipräsidiums in Tuttlingen. Dafür bestätigt er, dass "Internet-Kriminalität unser tägliches Brot ist. Es wird immer beschissen."

Die Maschen der Betrüger seien vielfältig, immer wieder gebe es neue Betrugsvarianten. So werde eine gefährliche Software installiert, Daten abgegriffen oder auf private Konten zugegriffen. Kalmbach rät allen PC-Nutzern, die fragwürdige Anrufe oder Mails erhalten, sehr vorsichtig zu sein. "Wenn mir etwas Spanisch vorkommt, oder ich die Telefonnummern oder Mailadressen nicht kenne, lasse ich die Finger davon", betont der Polizeisprecher.

Auch wenn den Nutzern auffalle, dass der PC anders reagiere als gewohnt, sollte man vorsichtig sein. Sein Rat: Im Zweifelsfall immer die Polizei benachrichten. Dies sei auch für die Ermittler wichtig: "Viele kleine Mosaiksteinchen ergeben ein Gesamtbild und tragen zu einer realistischen Lagebeurteilung bei." Im Übrigen, so Thomas Kalmbach, lägen bei vielen Betrugsdelikten Sammelklagen vor, denen sich die Geschädigten eventuell anschließen könnten.

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