Hausach "Waldgeister" sind am Werk

Schwarzwälder-Bote, 21.06.2012 21:00 Uhr

Von Christiane Agüera Oliver Hausach. Im Kindergarten St. Barbara finden derzeit die sogenannten "Waldwochen" statt. Doch was für die Kinder ein wahres Spielparadies ist, hat im Kindergarten ganz handfeste Hintergründe.Jeden Käfer, jede Schnecke haben die Kinder der "Regenbogengruppe" genauestens unter die Lupe genommen. Frische Wildschweinspuren und sogar Bärenkrallenspuren haben sie entdeckt. Letzteres behaupten zumindest einige der Kinder felsenfest.

"Bei den Wildschweinspuren ist es mir schon etwas mulmig geworden", erinnert sich die Agnes Dirhold. Die Kindergartenleiterin betreut aktuell einer der drei Gruppen von St. Barbara bei den sogenannten "Waldwochen". Dieser traditionelle "Kindi"-Höhepunkt fällt in diesem Jahr praktischerweise mit einigen Arbeiten am und um den Kindergarten zusammen. Denn auf der Rückseite des Gebäudes soll eine neuer Eingang entstehen.

"Für Kinder gibt es kaum einen Raum, der ihnen so viele Entdeckungs- und Entwicklungsmöglichkeiten bietet wie der Wald", sagt Dirhold, die in den "Waldwochen" vor allem einen pädagogischen Sinn sieht. Denn die aktive Woche bringe den Kindern die Natur näher.

"Der Wald kann ein Abenteuerspielplatz sein, allerdings ist er in erster Linie ein Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere", erklärt sie weiter. Deshalb ist es ihr und ihrem Team wichtig, dass die Kinder beide Seiten des Waldes kennenlernen.

Für die Erzieherinnen bedeutet das, mit den Kindern aufmerksam durch den Wald zu gehen, genau hinzusehen, zu beobachten und zu lauschen. Der achtsame Umgang mit der Natur ist wichtig. Nicht jede Pflanze darf abgerissen und jede Blume am Wegesrand gepflückt werden. Die Kinder sollen lernen, den Wald zu respektieren.

Auch die beiden Regentage der vergangenen Woche haben den Kindern nichts ausgemacht. Dirhold schmunzelt: "Es entstanden tolle Matschfiguren, richtige Waldgeister." Das "Bächle" wusch die schmutzigen Hände dann sauber. Während die Jungs eine Hütte bauten, waren die Mädchen als "Kräuterhexen" unterwegs. Spielen und Toben mit viel Platz kam für die "Wirbelwindgruppe" auch nicht zu kurz.

Vom Wald als Kindergartenort ist Agnes Dirhold begeistert: "Ohne vorgefertigtes Spielzeug, mit geheimnisvoll wirkenden Bäumen und ungewohnten Geräuschen wird die Fantasie der Kinder sehr stark angeregt und eine individuelle Beziehung aufgebaut."

Bereits vergangene Woche durfte die "Wirbelwindgruppe" die Fluren rund um den Kreuzberg erkunden. Nach der "Regenbogengruppe" warten nun die Kinder der "Milchzahngruppe" gespannt auf ihre "Waldwoche" im Juli.

 
 
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