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Hausach : Trois, deux, un: bonne année

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Foto: Privat Foto: Schwarzwälder-Bote

Seit Septembver ist die Hausacherin Viktoria Armbruster in Belgien., um dort im Rahmen eines Freiwilligendienstes in einem belgischen Kinderheim zu arbeiten. In ihren Auslandstagebuch berichtet sie im vierten Teil von ihrem ersten Weihnachtsfest fern von Zuhause.

Hausach/Baugnies. Bereits vor meiner Abreise im September stand für mich fest, dass ich an Weihnachten nicht nach Hause fahren werde. Bei diesem Entschluss blieb ich, auch wenn meine Kollegen und die anderen Freiwilligen dies zum Teil nicht nachvollziehen konnten.

Mit dem Gedanken, mich in vorweihnachtliche Stimmung zu bringen, verbrachte ich Anfang Dezember ein Wochenende in Brügge. Brügge ist eine ebenso romantische wie auch touristische Stadt. Vor allem mit der Weihnachtsbeleuchtung schienen die Kanäle umso mehr zu glitzern und die Gassen luden zum Verweilen ein. Wie überrannt von Touristen Brügge im Sommer ist, möchte ich mir hingegen nicht vorstellen.

Ebenfalls in der ersten Dezemberwoche stand ein weiterer vorweihnachtlicher Höhepunkt bevor: der Besuch des Nikolaus‘. Der deutschen Tradition gleich berichtete ein als Bischof verkleideter Mann von den guten und teilweise auch schlechten Taten der Kinder.

Anschließend gab es für die Kinder Süßigkeiten und auch für die Erwachsenen hatte der Nikolaus etwas zum Naschen dabei. Um meinen Kollegen und den Kindern einen Einblick in badische Weihnachtstraditionen zu gewähren, verbrachte ich einen Nachmittag mit dem Backen von Linzertorte und Hildaplätzchen. Die Ergebnisse kamen so gut an, dass sogar das Rezept erfragt wurde.

Das Weihnachtsessen mit allen Kollegen und Kindern fand bereits am 14. Dezember in einem asiatischen Restaurant statt. Doch bevor es gegen Abend dann schließlich losging, verbrachte ich den ganzen Nachmittag damit, Zöpfe zu flechten, Kleider zurecht zu legen und die Kinder schick zu machen für diesen besonderen Moment. Als es dann soweit war, gestaltete der Abend sich entgegen meiner Erwartungen ohne große Streitereien oder Katastrophen. Mit 25 Kindern in ein Restaurant zu gehen, dazu noch alle aufgeregt, endlich ihre Geschenke zu bekommen, hatte ich mir stressiger vorgestellt, als es letztendlich war. Unter den Kollegen herrschte eine fröhliche Stimmung, welche ich jedoch nur stückweise teilen konnte, da ich leider immer noch das Gefühl habe, dass Witze unverstanden an mir vorbeigehen und Gesprächsfetzen, die andere zum Lachen bringen, bei mir manchmal eher ein Fragezeichen im Gesicht hervorrufen.

Das Weihnachtsfest an sich verlief dann recht unspektakulär: Gemeinsam mit einer muslimischen Kollegin, die sich aus Rücksicht auf ihre Kollegen immer absichtlich an Heiligabend in den Dienstplan einträgt, verbrachte ich mit den wenigen Kindern, die nicht bei ihrer Familie feierten, diesen Abend. Nachdem alle mit Raclette und Kindersekt sowohl Hunger als auch Durst gestillt hatten, ging es weiter mit der Bescherung. Da die Kinder jedoch zwei Wochen zuvor bereits ihr eigentliches Geschenk bekommen hatte, gab es an diesem Abend bloß noch eine Kleinigkeit zum Auspacken. Das Aufreißen der Geschenke und das besondere Essen sind für die Kinder die Merkmale des Weihnachtfests.

Der eigentliche Hintergrund dieser Tage kam überhaupt nicht zur Sprache. Für mich persönlich war es interessant, Weihnachten einmal anders zu verbringen. Durch diese Erfahrung weiß ich es im nächsten Jahr dann vielleicht mehr zu schätzen, während des Heilig Abends mehr Ruhe, weniger Fokus auf die Geschenke, einen Gottesdienstbesuch und gemütliche Stunden mit der Familie zu haben.

Für Silvester hatte ich lange keine Pläne. Sehr kurzfristig ergab sich dann die Möglichkeit, zu einer ungarischen Mitfreiwilligen in die Nähe von Lüttich zu fahren. Am Morgen des 31. Dezembers noch fit in den Zug eingestiegen, ging es mir am Abend gesundheitlich leider auf einmal nicht so gut, weswegen ich zum ersten Mal seit vielen Jahren schlafend in das neue Jahr startete. Die Entscheidung, schlafen zu gehen und mich nicht dazu zu zwingen, wach zu bleiben, erwies sich im Nachhinein als klug, da es mir am nächsten Morgen schon wieder viel besser ging, auch wenn ich dadurch die einmalige Gelegenheit verpasste, den Countdown für 2017 herunterzuzählen: trois, deux, un: bonne année!

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Hausach

Charlotte Reinhard

Fax: 07832 9752-15

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