Hausach Sorge um Einzelhandelsklasse weicht
Schwarzwälder-Bote, 02.08.2012 21:00 UhrVon Arwen Möller Hausach. Dreizehn Anmeldungen liegen für die nächste Einzelhandelsklasse nun vor. Damit kann vermutlich eine Kleinklasse an der Kaufmännischen Schule Hausach gebildet werden. Noch nie lagen der Kaufmännischen Schule Hausach (KSH) zur Zeit des Berufsinfotags so wenig Anmeldungen für die nächste Einzelhandelsklasse vor. Entsprechend groß war damals die Sorge von Oberstudiendirektor Klaus Buttgereit. Denn die damaligen Anmeldezahlen von knapp zehn Berufsschülern waren "verdammt wenig", als dass ein Antrag beim Regierungspräsidium (RP) auf Bildung einer Kleinklasse Erfolg gehabt hätte.
"Nun haben wir 13 Anmeldungen", berichtet Buttgereit erleichtert. Mit dieser Schülerzahl sei es nun höchstwahrscheinlich, dass das RP die Bildung einer Kleinklasse erlauben wird.
Allerdings hofft der KSH-Chef, dass bis September noch drei Anmeldungen eingehen und ein solcher Antrag nicht nötig sein wird. Denn ab 16 Anmeldungen kann dann regulär die Klasse beschult werden. Die Chancen darauf stehen gar nicht so schlecht. Denn gerade im Bereich Einzelhandel weiß Buttgereit aus den letzten Jahren, dass die Anmeldungen immer später kommen. Und so kann das, was Grund zur Sorge war, nun Hoffnung geben. Zumindest bis zum September. Auch im Oktober und sogar im November stoßen manchmal noch Schüler zur Einzelhandelsklasse.
Den Grund dafür sieht Buttgereit in der wirtschaftlichen Struktur des Kinzigtals und darin, dass viele Einzelhändler lieber mit 400-Euro-Kräften arbeiten, wenn sie keinen passenden Auszubildende finden. Überhaupt würden manche Arbeitgeber erstmal einen 'zweijährigen Ausbildungsvertrag zum Verkäufer abschließen und gegebenenfalls diesen auf drei Jahre mit dem Ausbildunsziel Einzelhandelskaufmann oder - frau verlängern.
"Für die Industrieklasse liegen 25 Anmeldungen vor, das ist sehr gut, die Klasse ist diesmal schön voll", berichtet Buttgereit von dem zweiten Berufsschulzweig in Teilzeit, der an der KSH unterrichtet wird.
Den Grund für diesen Höchststand an Anmeldungen für die Industrieklasse sieht er nicht nur im größeren Interesse der Auszubildenden an diesem Beruf. Vor allem auch sind laut Buttgereit die Industriefirmen im Kinzigtal sehr gut aufgestellt. Er weiß: "Es gibt Städte, die haben weniger Schüler in der Industrieklasse als wir".
In den beiden Ausbildungsberufen werden an der KSH im nächsten Schuljahr wohl wie gehabt sechs Berufsschulklassen in Teilzeit beschult. Hinzu kommen vierzehn Vollzeitklassen, in denen Schüler des Wirtschaftsgymnasiums, der Berufskollege I und II und des Berufskollegs Wirtschaft die Schulbank drücken.
Die Zahl der Vollzeitschüler weiß Buttgereit im Vorfeld nicht so genau, weil sich diese Schüler oft bei mehreren Schülern bewerben. Die Zahl der Teilzeitschüler dagegen sei recht präzise, da deren Anmeldung ein verbindlicher Ausbildungsvertrag zugrunde liegt. Doch insgesamt werden wohl wieder etwa 500 Schüler an der KSH unterrichtet.


