Hausach - Der Gemeinderat Hausach hat am Dienstagabend grünes Licht für eine zweigeschossige Erweiterung des Hausacher "Seniorenzentrums am Schlossberg" gegeben. Nach Angaben des Heimleiters ist der Bedarf an Plätzen riesig.

"Wir sind seit Juni 2010 voll belegt", berichtete Heim- und Pflegedienstleiter Dietmar Haas den versammelten Gemeinderäten. Jeden Monat müssten rund zehn Anfragen aus Platzmangel abgelehnt werden. "Die meisten sind Hausacher. Nein zu sagen, tut richtig weh", sagte Haas.

Das Anfang Februar eröffnete Haus in der Hauptstraße 85 bietet derzeit 55 Plätze in fünf Tagesgruppen. Mit dem Votum des Gemeinderats kann die Einrichtung jetzt erweitern. Geplant ist, ein zweigeschossiges Haus im Parkgelände der Einrichtung zu bauen. Auf einer Etage soll in einer sechsten Wohngruppe Platz für 15 Senioren sein. Damit stehen dann insgesamt 70 Wohnplätze zur Verfügung.

In der zweiten Etage sollen zwölf Tagespflegeplätze entstehen. Dort können ältere Menschen je nach Bedürfnis an verschiedenen Tagen der Woche betreut und gepflegt werden, informierten Haas und der ebenfalls anwesende Burkhard Isenmann, Geschäftsführer der Immobilienfirma Orbau.

Die beiden betonten mehrmals, dass die Erweiterung dringend notwendig sei, um langfristig der Nachfrage in Hausach zu entsprechen. Der demografische Wandel führe zwangsläufig zu einer steigenden Nachfrage.

Isenmann sagte, dass das Konzept des Hauses voll aufgegangen sei. Dies liege nicht nur an der immer älteren Bevölkerung, sondern insbesondere auch an der hervorragenden Leitung durch Haas. Dieser gab das Kompliment an seine Mitarbeiter weiter. "Die sind so engagiert. Ohne sie wäre das nicht möglich." Insgesamt arbeiten 55 Kräfte in dem Seniorenzentrum. 37 davon in Vollzeit.

Essen wird in Wohngruppen frisch zubereitet

Hervorgehoben wurde der Erfolg des hausgemeinschaftlichen Konzepts. "Dabei verbinden wir Pflege und hauswirtschaftliches Arbeiten", erklärt Haas. Das Konzept bestehe vor allem daraus, dass das Essen der Bewohner nicht aus einer Großküche komme, sondern direkt in den Küchen der Wohngruppen zubereitet werde. "So erleben die Bewohner den Duft und die Zubereitung", betont Haas. Das sei sehr wichtig, um sich wie zu Hause zu fühlen.

Bei der Einführung des Konzepts habe es leichte Startschwierigkeiten gegeben. Grund war, dass sich hauswirtschaftliche Kräfte und Pflegekräfte erst aufeinander einspielen mussten. "Beim hausgemeinschaftlichen Konzept müssen sie Hand in Hand arbeiten", erklärte Haas. Mittlerweile sei die Zusammenarbeit eingespielt. Von Bewohnern und deren Angehörigen gäbe es sehr positive Rückmeldungen.

Isenmann erklärte, dass schon bei der Eröffnung der Anlage eine Erweiterung in den Parkbereich durchgespielt worden sei. Der Garten zum neuen Haus soll geschlossen sein. "So ist die Weglauftendenz für Demente gering", betonte Isenmann. Eine Feuerwehrzufahrt sei dennoch gewährleistet.

Das zweistöckige Gebäude soll ein Flachdach bekommen. "Wir wollen unser bestehendes Haus und auch die anliegenden nicht in den Schatten stellen", soagte Isenmann.

Haas informierte, dass der Anteil der männlichen Bewohner in dem Haus ständig steige. Mittlerweile seien ein Drittel der Bewohner männlich. Zwei Drittel der Bewohner bräuchten intensive Pflege. Einige seien dement. 80 Prozent der Bewohner kämen aus Hausach.

Außer den Wohngruppen bietet das Seniorenzentrum "Am Schlossberg" 42 Plätze für betreutes Wohnen an. Die Bewohner leben dort in Wohnungen auf dem Gelände und werden bei Bedarf von Fachkräften unterstützt.

Zum Schluss gab Isenmann den Zeitplan aus. Geplant ist, im April oder Mai mit den Bauarbeiten zu beginnen. Ende 2013 soll das Gebäude "nahezu fertig" sein.