Hausach Ein sozialer, umweltbewusster Gründer
Schwarzwälder-Bote, 06.08.2012 20:00 UhrVon Helmut Selter Hausach. In unserer Serie "Hausacher Originale" ist heute im Porträt dabei: die Gründerpersönlichkeit Bruno Kienzler. Es waren die Gründerjahre des anbrechenden Wirtschaftswunder. Und der zweite Weltkrieg war endlich vorbei. Die damalige Generation war Härte gewohnt. Man hatte überlebt und wollte aufbauen. Zu dieser Generation zählte auch Bruno Kienzler, der 1929 in Hausach geboren wurde. Als gelernter Steinmetz gründete er im Sommer 1954 ein eigenes Geschäft. Er und zwei Mitarbeiter begannen mit der Fertigung von Betonfertigteilen und Betonringen für Litfasssäulen. Und das in Handarbeit.
Die damalige Werkstätte in der Inselstraße war eng. Die Zusammenarbeit mit seinen Mitarbeitern auch. Für Bruno Kienzler war das prägend, denn sein ganzes Unternehmerleben lang war sein Motto: "Anerkannte und zufriedene Mitarbeiter sind gute und verlässliche Mitarbeiter."
Seine soziale Einstellung bestätigten umgekehrt auch die Mitarbeiter anlässlich des ersten Tags der offenen Tür in der neuen Werkstätte in der Vorlandstraße. Eine Mitarbeiterin fand: "Das ist mein bisher bester Chef." Drei andere zeigten gerne am freien Samstag den Besuchern das Unternehmen. Dies war die soziale Basis des Unternehmens, die sich auch in der Rezession fortsetzte. Als Freund des Umweltschutzes baute Bruno Kienzler damals auf dem Hallendach eine eigene Photovoltaikanlage auf, um die Mitarbeiter zu halten.
Die Geschäfte liefen gut, die Produktpalette erweiterte sich, was dazu führte, dass im Jahre 1970 der Neuaufbau im Gebiet der Vorlandstraße mit dem Bau einer Halle für Werbetafeln und Wartehallen begann. Bereits zwei Jahre später entstand eine Halle für Fuhrpark und Büro, dann eine für das Betonwerk. Danach standen die Schlossereierweiterung und der Bau einer Lagerhalle an. Es folgte der Kauf einer Halle nördlich der Vorlandstraße und 1991 der Bau einer Pulverbeschichtungsanlage. Diese finale Investition war der Beginn in ein neues technisches Zeitalter.
Mit der modernen Pulverbeschichtungsanlage konnte das Produkt umweltfreundlich, zu fast 100 Prozent verwertet werden. Hackschnitzelanlagen gab es damals noch nicht. Jedoch wurde im Werk das abfallende Material schon damals zur Wärmeerzeugung genützt. Heute sind in dem Unternehmen rund 50 Personen in Hausach, je vier in Willich und Hamburg angestellt. Letztere entstanden als Standpunkte, um näher beim Kunden zu sein.
In Hausach umfasst das Betriebsgelände mittlerweile 53 876 Quadratmeter, auf denen Hallen mit einer Gesamtgrundfläche von 10 590 Quadratmeter die eigene Produktion beherbergen. Fünf kleinere Unternehmen in den Hallen nördlich der Vorlandstraße dienen als Produktionsstätten. Und mit der Photovoltaikanlage werden täglich über 100 Kilowatt ins Netz eingespeist.
"Schaffe, nit schwätze" war das Prinzip, dem der Unternehmer Bruno Kienzler immer treu geblieben ist. Und dem sich auch die Mitarbeiter verpflichtet fühlten. Man pflegte einen familiären Umgang miteinander. Diese Tradition führte auch seine Tochter Antonia fort, die das väterliche Unternehmen übernahm. Bruno Kienzler jedoch steht heute noch, über 80 Jahre alt, täglich im Geschäft.
Wie sich der Firmengründer Bruno Kienzler für das Unternehmen einsetzte, so war auch sein öffentliches Engagement. Vereine mit besonders großem, ehrenamtlichen Engagement fanden und finden in ihm immer ein Unterstützer. Im Schwarzwald- wie im Historischen Verein setzte Kienzler viele Zeichen.



