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Hausach Ehrenteller für Friedhelm Niewianda

Schwarzwälder-Bote, vom 28.01.2012 02:00 Uhr
Bürgermeister Manfred Wöhrle (rechts) überreichte dem ehrenamtlichen Bücherei-Leiter Friedhelm Niewianda den Ehrenteller der Stadt Hausach. 
Foto: Gehringer Foto: Schwarzwälder-Bote
Bürgermeister Manfred Wöhrle (rechts) überreichte dem ehrenamtlichen Bücherei-Leiter Friedhelm Niewianda den Ehrenteller der Stadt Hausach. Foto: Gehringer Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Alexander Gehringer Hausach. Er war Mann der ersten Stunde in der alten Bücherei, leitete sie die kompletten 20 Jahre hindurch, organisierte jetzt den Umzug und wird auch die Geschicke der neuen Mediathek lenken. Für seine langjährigen Verdienste bekam Friedhelm Niewianda gestern den Ehrenteller der Stadt Hausach überreicht. "Mit einstimmigem Beschluss hat mich der Gemeinderat beauftragt, Ihnen heute für Ihr beispielhaftes Engagement den Ehrenteller der Stadt Hausach zu überreichen. Das tue ich sehr gerne." Worte, mit denen Bürgermeister Manfred Wöhrle den Bücherei- und künftigen Mediatheks-Leiter angenehm überraschte. Am Rande der Eröffnung der neuen Mediathek verlieh der Rathauschef die höchste Auszeichnung der Stadt an Friedhelm Niewianda, der sich seit insgesamt 25 Jahren als Leiter um Hausachs Büchereien verdient macht – ehrenamtlich neben seinem Beruf als Realschullehrer.

Ab 1985 stand er an der Spitze der katholischen Borromäus-Bücherei in Hausach. Sie ging 1991 in der öffentlichen Bücherei Hausach auf, deren Leitung Niewianda daraufhin übernahm. Und was er für diese Einrichtung geleistet hatte, füllte eine lange Liste in Wöhrles Ansprache: "Er hat sein Team motiviert, trifft die Bücherauswahl, organisiert die Öffnungszeiten und führt die Gespräche mit der Erzdiözese", begann der Rathauschef. Weiter "kämpfe" Friedhelm Niewianda mit dem Stadtkämmerer über die jährlichen Buchzuschüsse und schreibe den jährlichen Geschäftsbericht. "Neben der Hochzeit seines Sohnes hat er noch den Umzug der Bücherei organisiert und den Flyer, das Buchzeichen sowie das treffende Logo für die Mediathek gestaltet", fuhr Bürgermeister Wöhrle fort. "Wie ich gehört habe, hat er in der Umzugsphase zeitweilig sein Schlafzimmer in ein Bücher- und Kartonagenzimmer verwandelt – kurzum: Er war Ansprechpartner, Mann für alles und der gute Geist in und mit seinem Team in der bisherigen Bücherei."

Und all dies habe Friedhelm Niewianda ehrenamtlich und ohne jede Entschädigung gerne geleistet – "Woche für Woche, Jahr für Jahr über mehr als 25 Jahre hinweg", betonte Wöhrle.

Dass unter den öffentlichen Büchereien Badens der Schnitt der jährlich entliehenen Bücher pro Einwohner bei vier liege, in Hausach aber bei 5,13, sei "sicherlich den eifrigen Lesern und einem motivierten, sachkundigen Team" geschuldet. Die Entwicklung der Bücherei, so Wöhrle, sei aber sehr stark von einer kompetenten und engagierten Leitung geprägt. "Und diese hat einen Namen: Friedhelm Niewianda."

Wie sich die Liebe zum Buch bei ihm entwickelte, das ließ der Geehrte zuvor in seiner Ansprache zur Eröffnung der Mediathek Revue passieren: Als Bahnwartssohn im oberen Kinzigtal mit geistigen Anregungen nicht reich bedacht, habe er sich selbst das Lesen beigebracht, noch bevor er in die Grundschule kam. Grimm- und Andersson- Märchen, Micky Maus und Tarzan – im privaten Lesezirkel ausgetauscht – hätten am Anfang seiner Leselust gestanden. Moby Dick, Jack London und den Jahresbänden vom "Neuen Universum" seien weitere Meilensteine gewesen – "die Welt tat sich auf für mich", erzählte Niewianda. "Absoluter Fan war ich natürlich von Karl May."

Zugang zu diesem und vielen anderen Autoren verschaffte ihm als Hausacher Gymnasiast die Schulbücherei. Und, so Friedhelm Niewianda weiter: "So schließt sich der Kreis – diese Schulbücherei als Vorgängerin der öffentlichen Bücherei Hausach war eine der Grundlagen der Mediathek, die wir heute eröffnet haben."

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