Hausach - Die Chronik der Stadt Hausach lässt weiter auf sich warten. Der SchwaBo hat den verantwortlichen Forscher und Autor Karl Bühler nach den Gründen für die weitere Verzögerung gefragt.Eigentlich hätte die Chronik bereits zum Stadtjubiläum 2011 vorliegen sollen. Nicht als Chronik der gesamten Stadtgeschichte, sondern als Chronik ihrer Besiedelung und Gründung. Immer wieder hat Karl Bühler den Abgabetermin des Werks verschoben. Mittlerweile ist er etwa seit fünf Jahren an ihrer Erforschung und Erstellung.

"Ich weiß, dass ich in der Bringschuld bin", sagt Bühler unserer Zeitung. Der 48-jährige Hausacher hat Geschichte und Geografie studiert und leitet heute die Geschäftsstelle des Landesvereins Badische Heimat in Freiburg, wo er auch wohnt. Das Werk über seine Heimatstadt ist die erste Chronik, für die er den Auftrag übernommen hat. Und, wie Bühler meint, auch Lehrgeld zahlt.

Denn für die Erforschung der Geschichte Hausachs von den Kelten an bis ins frühe Mittelalter, Hochmittelalter und zur Herrschaft der Fürstenberger ab 1318 habe er zwingend Quellen für das ganze Kinzigtal mit Schwerpunkt auf das Mittlere Kinzigtal erforschen müssen. Denn die frühe Lokalhistorie sei eng verknüpft mit den verschiedenen Herrschaftsträgern, dem Zusammenspiel ihrer Kräfte und der strategischen Lage am Verkehrsweg Kinzigtal.

Text der Chronik soll in den nächsten Wochen fertiggestellt sein

"1259 wurde Hausach erstmals als Stadt urkundlich erwähnt", berichtet Bühler, der die Forschung zur Chronik abgeschlossen hat und nun parallel den Fließtext der einzelnen Kapitel schreibt. "Aktuell hänge ich noch an einigen Formulierungen", sagt der Autor und betont, dass er einen allgemein verständlichen Text und keinen "Elfenbeinturmtext" erstellen will.

Außerdem soll diese frühe Chronik der Stadt rund 200 Seiten stark sein. In den nächsten Wochen aber soll laut Bühler der Text der Chronik vorliegen.

Und: Im Gegensatz mit dem von Verzögerungen geprägten Erstellungszeitraum der Chronik ist er mit den Forschungsergebnissen sehr zufrieden. "Tatsächlich habe ich die Anfänge der Herren von Wolfach gefunden", berichtet Bühler. Zwischen 1061 und 64 habe sich diese Herrschaft in Wolfach und auch in Hausach niedergelassen. Ebenfalls relevant sind in seiner Arbeit die vielen anderen Herrschaften, die im Mittelalter im Kinzigtal mitmischten wie das Kloster Gegenbach, das Bistum Straßburg, das Herzogtum Schwaben, das Bistum Bamberg, das Kloster St. Georgen sowie die Herren von Wolfach, Haslach und Fischerbach.

Bei seiner Forschung sei er sogar auf die Anfänge von Fischerbach gestoßen. Für Hausach und Wolfach sei eine solche Konkretisierung nicht möglich, da dort der Siedlungsbeginn früher erfolgt sei. In Hausach habe dieser in Hausach-Dorf begonnen. Die Dorfkirche sei, wie um 1148 oft, St. Mauritius gewidmet, jedoch vermutlich älter. Die Burg dagegen sei sicher zwischen 1225 und 1246 gebaut.