Hausach - "Als ich von der Nominierung erfahren habe, habe ich erst mal einen Luftsprung gemacht", berichtet die Hausacher Drehbuchautorin Nicole Armbruster. Mit dem Werk "Freistatt" ist sie für den deutschen Drehbuchpreis 2013 nominiert worden.

Das bisher unveröffentlichte Stück hat die 37-Jährige mit dem Regisseur Marc Brummund erarbeitet. Für die Nominierung bekommen die beiden 5000 Euro. "Jeder kriegt die Hälfte", sagt Armbruster, die seit 2000 in Berlin lebt und arbeitet.

Die frohe Botschaft kam gerade zur rechten Zeit: "Wir waren dabei, die Finanzierung für den Film zu stemmen, als wir es erfahren haben", sagt die Autorin. Damals sei eine Million Euro im Produktionstopf gewesen. Zu wenig, um das historische Werk zu drehen. Durch den Erfolg seien weitere Sponsoren auf "Freistatt" aufmerksam geworden.

"Jetzt haben wir ein Budget von rund 1,5 Millionen Euro. Wir können den Film auf jeden Fall machen", schwärmt Armbruster. Das Schlimmste an dem Job als Drehbuchautorin sei, etwas zu schreiben, das nicht umgesetzt wird.

Geschichte eines 14-jährigen Rebells

"Freistatt" beruht auf einer wahren Begebenheit. Es erzählt die Geschichte des 14-jährigen, rebellischen Wolfgangs. Er wird 1968 in das Fürsorgeheim der Diakonie Freistatt abgeschoben. Dort soll er zu einem anständigen Jungen erzogen werden. Wolfgang leistet Widerstand gegen die unmenschlichen Arbeitsbedingungen und die Erziehungsmethoden des Heimleiters. Doch durch seinen Kampf gegen Gewalt und Unterdrückung droht er irgendwann selbst zu verrohen.

Das Drehbuch hat bereits auf dem Filmfest Emden den Emder Drehbuchpreis 2012 gewonnen. Für Armbrusters Partner Brummund ist es das Langfilmdedüt. Produziert wird das Werk von der Firma "Zum goldenen Lamm", Coproduzenten sind der SWR, der SR, ARTE und der WDR.

"Brummund hatte die Idee zur Geschichte", erzählt Armbruster. Er habe alle Recherchen gemacht, sei dann aber nicht mehr weitergekommen. Daraufhin wurde Armbruster gefragt, ob sie aus dem Rohmaterial etwas machen könne. Sie hat zugesagt. Rund ein Jahr später war sie mit dem Schreiben fertig.

Zusammen mit "Freistatt" sind zwei weitere Drehbücher für den Preis nominiert. Die Verleihung ist im Rahmen der Berlinale am 8. Februar 2013. Der Gewinner bekommt 20 000 Euro für die Drehbuchentwicklung. "Wenn wir gewinnen, komme ich nach Hausach, um zu feiern!", sagt Armbruster.

Vor zwei Jahren hat sie mit dem Buch "Festung" den Strittmatter-Preis gewonnen. Er war mit 25 000 Euro dotiert. Die 37-Jährige ist in Hausach aufgewachsen. Sie hat an der Hochschule für Film- und Fernsehen Konrad Wolf in Babelsberg ein Diplom als Drehbuchautorin gemacht. Die junge Mutter lebt von ihrer Arbeit als Drehbuchautorin.

Traum ist wahr geworden

Ihr Ziel ist, diesen Status zu halten. "Früher hätte ich nicht zu träumen gewagt, dass ich so weit komme", schwärmt Armbruster. "Wenn ich von dem was ich mache leben kann, bin ich super zufrieden."

Die Dreharbeiten zu Freistatt sollen noch im Frühjahr oder im Sommer starten. "Wir brauchen Bilder im Sommer und im Winter. Wenn alles klappt, nutzen wir die kalten Tage Anfang 2012", sagt die Autorin.

Wenn der Film fertig ist, soll er erst auf Festivals gezeigt werden. Dann ist geplant, ihn im Kino und im Fernsehen laufen zu lassen.

Derzeit läuft Armbrusters erster Kinofilm: "Festung". Er wird von der Medien- und Filmgesellschaft (MFG) gefördert.