Hausach - In einem Jahr könnte die Hausacher Innenstadt einen neuen Hingucker haben: Der Gemeinderat hat die bauliche Planung für die "Gesundheitswelt Kinzigtal" abgesegnet. Das Therapie- und Bewegungszentrum vor dem Telekomgebäude soll schon Ende 2013 fertig sein.

Nach der ausführlichen Vorstellung des Gesundheitszentrums durch drei Vertreter der Projektpartner Christian Melle, Gwendolyn Schmitt und Martin Eitel, waren sich die Räte einig: "Die Gesundheitswelt Kinzigtal ist für die Hausacher Innenstadt eine echte Bereicherung." Einstimmig votierten sie für das Vorhaben.

Fotostrecke2 Fotos

Gelobt wurde einerseits die optische Aufwertung des Stadtbereichs. Das rund 18 Meter hohe dreistöckige Gebäude mit viel Glas (siehe Bild oben) verdecke das unschöne Telekom-Gebäude (siehe Foto rechts), so der Tenor. Das sei zu begrüßen.

Anklang fand auch das inhaltliche Konzept. "Wir planen kein reines Fitnessangebot. Der Wohlfühl- und Wellnessfaktor steht nicht im Vordergrund", erklärte Melle, zuständig für Gesundheitsmanagement und Projektentwicklung beim "Gesunden Kinzigtal". Das Angebot setze sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen: Es gebe beispielsweise betreutes Einzeltraining an Sportgeräten, Bewegungstherapie und Rehasport bei Herzerkrankungen und Bewegungsangebote für Kinder und Jugendliche. "Unser Angebot richtet sich nicht nur an Kranke oder ältere Menschen. Wir arbeiten auch im Bereich der Prävention", präzisierte Melle.

Geplant sind auch Fortbildungen für medizinisches Personal, die Ausbildung von Kursleitern für Vereine und Bewegungskurse aller Art, ergänzte Schmitt. Zudem sollen sich drei Ärzte und drei kleinere Geschäfte in dem Gebäude ansiedeln. "Das könnten zum Beispiel ein Bioladen, ein Orthopädiegeschäft oder ein Drogeriemarkt sein", so Melle.

"Die ›Gesundheitswelt‹ richtet sich vor allem an Menschen, die sich 50 Euro im Monat für ein Fitnessstudio nicht leisten können", betonte Melle. Junge Mütter sollen mit einer Kinderbetreuung im Haus unterstützt werden.

Das größte Problem bei der Realisierung ist die Parkplatzsituation. "Baurechtlich brauchen wir 38 Parkplätze", erklärte der zuständige Architekt Eitel. In unmittelbarer Nähe seien diese nicht verfügbar. Eine Tiefgarage zu bauen, sei nicht möglich. "Dafür ist das Gebäude zu klein." Früh morgens und abends ab 18 Uhr sei mit viel Andrang zu rechnen. "Wir werden die Mitarbeiter der Gesundheitswelt bitten, nicht direkt am Gebäude zu parken", sagte Eitel. Einige Räte äußerten sich skeptisch, ob das Problem zu lösen sei.

"Das Problem gibt es bei allen größeren Projekten in Innenstädten", sagte Bürgermeister Manfred Wöhrle (Freie Wähler). Auch er begrüßte das Vorhaben, es bringe die Innenstadt voran.

Eitel erklärte, warum der Standort in der Innenstadt geplant ist: "Das ist die 1-A-Lage. Für die Partner, an die wir vermieten wollen ist eine zentrale Lage viel attraktiver als in der Peripherie. Und auch für unsere Mitarbeiter." Zudem sei das Gebäude im Falle eines Misserfolgs so deutlich einfacher weiter zu verkaufen.

Wenn das Vorhaben umgesetzt ist, wird es nicht nur für Sport und Bewegung genutzt. Auch die Verwaltung vom "Gesunden Kinzigtal" soll in die Räumlichkeiten ziehen.

Gesprochen wurde zudem über eine mögliche Erweiterung Richtung Schule und Telekom. "Die Schule hat im Falle des Falles Vorrang", betonte Bürgermeister Wöhrle.