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Haslach i. K. Schuh-Klicks, Harfe und Happy End

Schwarzwälder-Bote, vom 22.01.2012 22:01 Uhr
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Über drei Jahrhunderte hinweg hat der Stepptanz nichts von seiner Faszination verloren – das "Dance Masters"-Ensemble bewies es. Foto: Schwarzwälder-Bote
Über drei Jahrhunderte hinweg hat der Stepptanz nichts von seiner Faszination verloren – das "Dance Masters"-Ensemble bewies es. Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Christine Störr Haslach. Wenn "Best of Irish Dance" in der Haslacher Stadthalle Station macht, ist eines garantiert: Stepptanz auf höchstem Niveau. Am Samstagabend begeisterten die Tänzer mit einer Zeitreise durch die Geschichte der irischen Tanzgattung und spannten den Bogen vom 18. Jahrhundert bis in die Neuzeit.Tanzend und singend erzählten sie die Liebesgeschichte von Patrick und Kate, die aussichtslos beginnt und am Ende doch ein Happy End findet. Schon zu Beginn wurde das Publikum via Bilderschau und irischen Klängen mit auf die Reise genommen. In der abgedunkelten Halle zeigten die "Dance Masters" dann im Lichtgewitter ihre Klasse und erhielten den ersten großen Applaus. Gespannt verfolgte das Publikum jede Regung auf der Bühne, ließ sich von Liedern mit Harfenspiel und Banjo in den Bann ziehen, verfolgte auf der Großleinwand die Tanzschritte und zeigte sich beeindruckt.

Unaufgeregt und gefühlvoll gelang der Wechsel in die Traumwelt des Hauptdarstellers. Leise Töne und weiches Licht untermalten die Gesangssoli, denen irische Impressionen auf der Leinwand zusätzliche Tiefe verliehen. Elfen begleiteten durch die Traumwelt im 18. Jahrhundert, in der die "Dance Masters" von Dorf zu Dorf zogen und der irischen Jugend das Tanzen beibrachten. In bäuerlichen Kostümen wurde barfuß getanzt, womit nur das langsame "Kla ka die klak" eines einzigen Paares schwarzer Tanzschuhe zu hören war. Es folgten ein Banjo- und ein Harfensolo, die die Fingerfertigkeit der Musiker zeigten.

Zurück in der Gegenwart, teilt der "Dance Master" seine Erfahrungen mit der Jugend und freut sich über deren Fortschritte. Dabei wurde die Spannung zu jedem Zeitpunkt hochgehalten und die Frage offen gelassen, ob Patrick seine Kate jemals in den Armen halten wird.

Die gelungene Mischung aus ruhigem Gesang und wildem Tanz gab dem Abend ein ganz besonderes Flair. Nachdem die Geschichte des irischen Stepptanzes zu Ende erzählt war und die Hauptdarsteller als Paar vereint waren, präsentierten die Tänzer eine große Anzahl zusätzlicher Tanzabfolgen. Nach jedem großen Applaus kam die Frage: "Do you want one more?", und schon ging es wieder mit einer unglaublich schnellen Schrittfolge weiter. Mehrere Zugaben und großer Schlussbeifall waren verdienter Lohn für die Akteure, die mehr Publikum verdient gehabt hätten.

Trotz bunter Lichterschau und ausgefeilter Tontechnik sei für sie der Aufwand nicht höher als bei anderen Großveranstaltungen, verriet Stadthallen-Hausmeisterin Angelika Keller am Rande des "Irish Dance"-Abends. Der hölzerne Bühnenboden wurde indes auf eine harte Probe gestellt. "Obwohl die Bühne für den Stepptanz ideal wäre, haben die Tänzer einen zusätzlichen schwarzen Ballettboden genutzt", berichtete Keller.

Tour-Manager Mathias Mantzke erklärte dies so: "Der schwarze Boden hat den Vorteil, dass die Tänzer Markierungen für die Choreografie sehen. Außerdem federt er ein wenig und erleichtert Auftritte in Hallen mit Zementboden." Vier Stunden vor Beginn hatten sich die Akteure in der Stadthalle eingetanzt. "Für jeden Auftritt gibt es einen Programm-Master, der den Tänzern die Choreografie vorsingt – jeden einzelnen Stepp", erklärte Mantzke.

In Irland entschieden sich die Künstler schon als Kind für Tanzen oder Gesang; es gebe keine Künstler, die beides könnten. Mit Aufwärmen liegen hinter jedem am Ende des Abends drei Stunden Tanz. Die Frage, wie sich heißgetanzte Füße kühlen lassen, beantwortete der Manager mit einem Lachen. "Je nach Jahreszeit besorgen wir eine Wanne voll Crashed-Ice, wie es für Cocktails verwendet wird. Innerhalb kürzester Zeit ist allerdings nur noch Wasser übrig, weil die Füße so heiß sind." Im Winter sei es schwierig, an solches Eis zu kommen. Nach dem Auftritt am Vorabend habe daher eine Barfußwanderung im Schnee stattgefunden.

Für die Gruppe, so Mantzke, habe eine kleine Halle etwas Besonderes und sei mit großen Hallen nicht zu vergleichen. Trotzdem bereite beides viel Freude. Auftritte vor deutschem Publikum seien dabei wesentlich besser als die im Ausland, betonten die 18- bis 23-jährigen Profis.

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