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Haslach i. K. Mit wenigen Worten Lachsalven gezündet

(csa), vom 25.01.2012 08:00 Uhr
"Wackere Wikinger warten auf Wind": Sven Stutzenberger (von links), Rolf Neuendorf und Axel Vandenabeele überzeugten in allen nur denkbaren Rollen. Foto: Schwendemann
"Wackere Wikinger warten auf Wind": Sven Stutzenberger (von links), Rolf Neuendorf und Axel Vandenabeele überzeugten in allen nur denkbaren Rollen. Foto: Schwendemann

Haslach - Im brechend vollen Refektorium des Alten Kapuzinerklosters zu Haslach durften die Zuschauer am vergangenen Sonntag einen äußert vergnüglichen Abend erleben: Axel Vandenabeele, Rolf Neuendorf und Sven Stutzenberger trieben als "trifolie" dem Publikum von der ersten Nummer an die Lachtränen in die Augen. Der Titel ihres neuesten Programms, "Bon Voyage", war die lockere Klammer um eine spaßige Nummernrevue der Extraklasse, die ohne viel Worte auskam. Ein bisschen genuscheltes Französisch, ein ebenso lautstarkes wie unsinniges Nordisch und ein ebensolches Holländisch waren nur Randnotizen einer Show, die ansonsten vom vollen Körpereinsatz der drei Akteure lebte.

Mit 15 klar abgegrenzten Szenen und den wechselnden Kostümierungen verwandelten "trifolie" den ehemaligen Speisesaal der Kapuziner in ein wahres Tollhaus. Ob sich übertrumpfende Abschiedswinker, ein halbnackt aus der Sicherungsschleuse des Flughafens entschlüpfender Reisender oder eine siebenminütige Tollerei eines blondierten Wasserskifahrers, der nach mehr oder weniger freiwilligem Tauchgang in Neptuns Reich gegen die Opernarie einer leicht herben Nixe mit einer Heino-Parodie ansingt (köstlich: Rolf Neuendorf als tumber Wassersportler und ein völlig algenverhangener Sven Stutzenberger als Neptun), ob wild fuchtelnde Flugfeldlotsen, eine Titanic, die "ihren" Eisberg versenkt, bei "trifolie" konnte man jederzeit befreit auflachen und einfach nur den "Wahnsinn mit Methode" genießen.

Astronauten auf dem Mond, die sich gegenseitig – in Zeitlupe, versteht sich – in den Weltraum kicken, wackere Wikinger, die eine maritime Flaute per Darmwind überwinden, eine köstliche Passagierschifffantasie, die plötzlich zum geträumten Piratenangriff mutiert, nichts rund um das Thema Reise wurde ausgelassen. Der Schlussakt war denn auch eine ebenso überlange wie großartige Charakterstudie der besonderen Art, nämlich Menschen im Swimmingpool und deren Gebaren. Vom schwimmringbereiften Traumtänzer über den zum französischen Charmeur in Konkurrenz tretenden holländischen Toupetträger wurde kein Klischee ausgelassen, wobei Axel Vandenabeele als steinalte Dame mit Rüschenbadehaube und Strassarmband zunächst harmlos plätschernd den Pool bevölkerte, sich aber dank ihres Hakenstocks dreister Kraulschwimmer höchst schmerz- und scherzhaft zu erwehren wusste.

Die gut 90 Minuten Programm vergingen für die Zuschauer tatsächlich wie im Fluge und dürften jede Busrundreise ersetzt haben. Das Trio "trifolie" darf zurecht als eine der besten Comedytruppen Deutschlands gelten, die mit den wortkargen Auftritten eine Nische im weiten Haus der Kleinkunst besetzen. Das obligatorische Marmeladenglas als Dankeschön für die Künstler von den KLIK-Veranstalter war mehr als verdient. Die zwei massiv erklatschten Zugaben – "menschliche Drehorgel" und "phantasievoller Abgang" entließen ein vollauf entspanntes Publikum nach einem von Lachsalven erfüllten Abend.

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