Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Hausach Luchs tappt in Foto-Falle

Von
Nur zu Besuch: Es ist unwahrscheinlich, dass sich der Luchs im Schwarzwald dauerhaft ansiedelt. Foto: dpa

schwarzwaelder-bote.de schickt Sie auf Reisen Zum Gewinnspiel

Hausach - Ein wildernder Hund? Ein Wolf? Weder noch. Nachdem ein Jäger in seinem Revier in Hausach ein von einem größeren Raubtier gerissenes Reh fand, kam ihm ein ganz anderer Verdacht. Er stellte eine Fotofalle auf und der Täter tappte tatsächlich hinein. Das Bild schickte er an die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Freiburg und die bestätigte: Auf leisen Pfoten hat sich ein Luchs in Hausachs Wälder geschlichen.

"Es gibt immer mal wieder Luchse, die durch diese Region ziehen", berichtet Micha Herdtfelder von der FVA. Er ist dort für das Luchs-Monitoring zuständig und nimmt Hinweise auf Luchssichtungen entgegen, um sie an die Monitoring-Zentrale in der Schweiz weiterzuleiten. Diese verglich das Foto mit anderen in ihrer Datenbank. Anhand des für jeden Luchs charakteristischen Fleckenmusters konnten Herdtfelders Kollegen in der Schweiz den Luchs in Hausach identifizieren: "Bei diesem Exemplar handelt es sich wahrscheinlich um ein männliches Tier, das aus dem Schweizer Jura zugewandert ist", so Herdtfelder. "Dort wurde es das letzte Mal im August des vergangenen Jahres fotografiert."

Auch wenn es von den meisten im Monitoring erfassten Luchsen nur Bilder gebe und die Biologen weder ihr Alter noch ihr Geschlecht kennen, so sei der Hausacher Luchs wahrscheinlich ein junges Männchen. Laut Herdtfelder seien es nämlich meist junge, männliche Tiere, die das Revier ihrer Eltern verlassen, um auf weiträumige Wanderschaft zu gehen. Dabei könne es, wenn auch selten, vorkommen, dass ein Luchs den Hochrhein überquert. "Wenn sie älter sind, suchen sie sich ein eigenes Territorium", erklärt Herdtfelder.

Das erste Pinselohr in der Region ist der Hausacher Luchs allerdings nicht. Bereits im Februar dieses Jahres sei ein Luchs im Gutachtal gesichtet und später mit einem Sender versehen worden. Anhand einer DNA-Analyse einer im Schnee gefundenen Urin-Spur konnte dieser Luchs eindeutig als männliches Tier identifiziert werden. "Der Luchs in Hausach und der, der im Gutachtal gesichtet wurden, sind aber nicht identisch", ist sich Micha Herdtfelder sicher: "Das Tier in Hausach trug keinen Sender." Mit dem Hausacher Luchs gebe es nun zwei gesicherte Nachweise und einige Sichtungen, bei denen es nicht klar ist, ob es sich bei dem beobachteten Tier tatsächlich um einen Luchs handelte.

Dass das Exemplar, das in Hausach in die Fotofalle tappte, dort auf Dauer bleibt, bezweifelt Herdtfelder allerdings. "Luchse haben im Schwarzwald zwar einen wunderbaren Lebensraum. Aber in ihrem Revier brauchen sie den benachbarten Anschluss zu Artgenossen." Schließlich wollen sich auch Luchse fortpflanzen. Es sei unwahrscheinlich, dass sich im Schwarzwald eine Luchspopulation allein durch Zuwanderung etabliert. Was aber nicht an der Qualität des Lebensraums liegt: "Der ist im Schwarzwald für Luchse ideal. Er bietet ausreichend Raum und genügend Nahrung. Um Luchse hier dauerhaft zu etablieren, müsste man sie aber aktiv ansiedeln."

Es habe bisher nur fünf Fälle gegeben, in denen Luchse über mehrere Monate im Schwarzwald geblieben seien. Drei von ihnen hätten die Region dann aber wieder verlassen.

Auch an Menschen würden sich die Großkatzen wenig stören. "Sie werden ungern entdeckt, aber sie gewöhnen sich zum Beispiel daran, dass auf bestimmten Wegen Menschen unterwegs sind und das vertreibt sie nicht großflächig", so Herdtfelder. Luchse meiden seiner Aussage nach den Kontakt zu Menschen strikt. "Sie sind noch heimlicher als Wölfe", sagt er. So sei es auch ausgeschlossen, einen Luchs zu finden, wenn man ihn sucht. Er rät von "Luchs-Safaris" in den Wald ab: "Man sieht ihn sowieso nicht und verschreckt damit nur das restliche Wild."

Wer per Zufall einen Luchs entdeckt oder glaubt, einen beobachtet zu haben, kann sich unter Telefon 0761/4 01 82 74 an die FVA wenden, die Hinweise in ihre Datenbank aufnimmt.

Weitere Informationen:

www.fva-bw.de

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Hausach

Charlotte Reinhard

Fax: 07832 9752-15

Flirts & Singles

 
 
0

Kommentare

Artikel kommentieren

Kommentarregeln

Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt. Alternativ können Sie sich mit Ihrem Facebook-Account anmelden.

  1. Passwort vergessen?
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!
  1. null

loading