Von Larissa Armbruster Haslach. Großzügig ging es am Freitag in der Stadt zu: Gut 120 Kinder und ihre Eltern ließen sich vom Storchenvater durch die Straßen führen. Auch der SWR war dabei.Schon um 11 Uhr begann für die Haslacher Schüler das Wochenende: Am Storchentag dürfen sie früher die Klassenzimmer verlassen, um durch die Straßen der Stadt zu ziehen. Dabei lassen sie sich von Storchenvater Alois Krafczyk anführen. "Ruft: Heraus!", befiehlt er, worauf die Kinder schreien: "Heraus!"

Kaum ein Haslacher macht bei diesem Spektakel nicht mit. An so gut wie jedem Haus stehen Menschen am Fenster und werfen den Händchen, die sich ihnen entgegenstrecken, Orangen und Süßigkeiten zu. Gestern wurden sie dabei sogar von einem Filmteam des SWR gefilmt.

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"Es gibt zwei Theorien zum Ursprung des Storchentags", weiß Krafczyk. Er bekleidet schon seit 28 Jahren das Ehrenamt des Storchenvaters und führt den über 350 Jahre alten Brauch fort. Eine besagt, so Krafczyk weiter, Störche hätten durch ihr Auftauchen den Insekten den Garaus gemacht und somit die Ernte gerettet. Deshalb hätten die Haslacher geschworen, die Kinder jedes Jahr am 22. Februar zum Dank zu beschenken.

Die andere Version geht zurück auf den Haslacher Pfarrer und Heimatschriftsteller Heinrich Hansjakob. Er sei laut Krafczyk davon ausgegangen, dass die Kinder den nahenden Frühling begrüßten und von den Haslachern deren übrige Wintervorräte erhalten hätten.