Haslach i. K. Gegen das Vergessen

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Sören und Christel Fuß (von links), Herbert und Luzia Himmelsbach sowie Bürgermeister Heinz Winkler Foto: Kleinberger

Gegen das Vergessen: Ein Grundsatz der Erinnerungsarbeit, der auch auf dem Haslacher "Vulkan" seinen Widerhall findet. Am Dienstagabend hat die Stadt zwei Streiter für diese Sache mit einem Festakt gewürdigt.

Haslach. Das Engagement von Herbert Himmelsbach und Sören Fuß reicht sehr viel weiter als der Einsatz für die Haslacher Gedenkstätte "Vulkan". Die zwei Sozialdemokraten haben über den Aufbau der Stätte eine tiefe Freundschaft entwickelt. Das wurde in den emotionalen Reden deutlich.

Herbert Himmelsbach wurde für seine mehr als 20-jährige Tätigkeit im Stadtrat mit dem Ehrenteller ausgezeichnet, vom Städtetag Baden-Württemberg erhielt er zudem Stele und Anstecknadel. Bürgermeister Heinz Winkler dankte dem SPD-Fraktionsvorsitzenden für die vielen Jahre der vertrauensvollen Zusammenarbeit. Er hoffe, dass Himmelsbach auch dem neuen Bürgermeister weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehe: "Haslachs Kommunalpolitik braucht Männer wie Sie." Er erinnerte an Weggefährten und Freunde Himmelsbachs, lobte dessen "kongeniale Zusammenarbeit" mit Künstlern wie Frieder Haser und Armin Göhringer. Als Ingenieur, der überdies nicht nein sagen könne, habe Himmelsbach sich vielfältig verewigt. Auch Luzia Himmelsbach, Ehefrau, Weggefährtin und Mitstreiterin, würdigte Winkler umfassend.

Himmelsbach dankte für den "fairen Meinungswettstreit" im Stadtrat, den Bürgern für ihr Vertrauen, Ehefrau Luzia für die Unterstützung – und seinen Töchtern Anna und Lisa, dass sie an diesem Tag nach Haslach gekommen waren.

Der Einsatz für die NS-Gedenkstätte "Vulkan" hat Himmelsbach und Fuß zusammengebracht. Beide Sozialdemokraten, wurden sie durch die Arbeit des Höhlenforschers Hubert Schwarz im Jahr 1995 auf das ehemalige Lager aufmerksam. 1997 konkretisierte sich ihr Vorhaben. Die umfassende und sensible Aufarbeitung des "dunklen Kapitels" der Stadtgeschichte sei ohne die Mitarbeit Manfred Hildenbrands kaum vorstellbar gewesen, hoben Winkler wie auch Fuß hervor. Fuß suchte den Kontakt zu ehemaligen Häftlingen des KZ und deren Angehörigen. Seine Bemühungen und Erfolge um die Aussöhnung und das Gedenken wurden 2014 auch vom damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck gewürdigt: Fuß ist seitdem Träger des Bundesverdienstkreuzes.

Doch Fuß’ Engagement reicht über den Einsatz für die Gedenkstätte hinaus. Lange sei Fuß ein "Aktivposten" im TV Haslach gewesen, 2014 wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Fuß und seine Frau Christel waren mit Alfred Schmid sowie Kurt und Ottilie Moser die unermüdlichen Kräfte hinter dem Aufbau des Trachtenmuseums. Von 1980 bis 1999 war er auch Gemeinderatsmitglied für die SPD. Wie Himmelsbach war er Bürgermeisterstellvertreter.

Fuß trug sich feierlich ins Goldene Buch der Stadt Haslach ein.

Erst in Haslach habe er gelernt, was ehrenamtlicher Einsatz bedeute, sagte Fuß in seiner Rede. Die Annäherung zu den Opfern und Angehörigen sei ihm ein zentrales Anliegen. Fuß brachte zudem seine Anerkennung für die Offenheit Winklers und des Stadtrats dem Thema gegenüber zum Ausdruck. Die Erinnerungsarbeit sei nicht zu Ende, sagte Fuß in seiner umfassenden Rede. Im Augenblick sei die Hauptaufgabe der Gedenkstätten, "neuen alten Strömungen entgegen zu wirken", brachte er die seiner Ansicht nach akute Gefahr auf den Punkt. Nur, wer die Vergangenheit kenne, könne die Zukunft gestalten.

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