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Haslach i. K. Gastliches Kinzigtal im Aufwärtstrend

Schwarzwälder-Bote, vom 26.01.2012 23:01 Uhr
Die Gemeinden Fischerbach, Hausach und Steinach verzeichneten 2011 steigende Übernachtungszahlen.                           Grafik: Voigt Foto: Schwarzwälder-Bote
Die Gemeinden Fischerbach, Hausach und Steinach verzeichneten 2011 steigende Übernachtungszahlen. Grafik: Voigt Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Niels Seehase Mittleres Kinzigtal. Mehr Ankünfte, mehr Übernachtungen: Die Tourist-Information Gastliches Kinzigtal (TIGK) hat bei einer Pressekonferenz eine positive Bilanz des vergangenen Jahres vorgelegt. Von den sechs Gemeinden der TIGK konnten vor allem Hausach und Fischerbach zulegen."Das sind erfreuliche Zahlen", kommentierte TIGK-Vorsitzender Armin Schwarz die Statistik des vergangenen Jahres. Demnach hat sich 2011 die Zahl der Ankünfte in Fischerbach, Haslach, Hausach, Hofstetten, Mühlenbach und Steinach gegenüber dem Vorjahr um 8,5 Prozent auf insgesamt 31 448 erhöht. Bei den Übernachtungen stieg die Zahl um 3,8 Prozent auf insgesamt 154 663.

Nach den Zahlen, die TIGK-Geschäftsführerin Assunta Gabersek zusammengestellt hatte, gehören vor allem Hausach und Fischerbach zu den Profiteuren dieser Entwicklung. In den beiden Gemeinden stiegen die Übernachtungszahlen zwischen 2010 und 2011 von 11 950 auf 15 025 (Fischerbach) und von 15 983 auf 18 200 (Hausach). Auch in Steinach war ein signifikanter Anstieg zu verzeichnen – von 60 445 Übernachtungen 2010 auf 67 463 im vergangenen Jahr. Assunta Gabersek führt das auf eine gute Vor- und Nachsaison auf dem Steinacher Campingplatz zurück.

Den allgemeinen Aufwärtstrend im Bereich des Gastlichen Kinzigtals sieht Armin Schwarz auch in der flächendeckenden Einführung des Konus-Systems begründet. Damit könnten Gäste unkompliziert mit öffentlichen Verkehrsmitteln den Schwarzwald erkunden. Darüber hinaus erhalten sie damit im TIGK-Gebiet freien Eintritt in Museen, die Freibäder und das Hausacher Hallenbad. "Ich gehe davon aus, dass die Zahlen nach dem zähen Ringen um Konus auch die ehemaligen Nichtbefürworter überzeugen", erklärte der Fischerbacher Bürgermeister. Er ist davon überzeugt, dass die Konus-Einführung dazu beiträgt, die Übernachtungszahlen 2012 weiter zu steigern.

Im vergangenen Jahr mussten Armin Schwarz und Assunta Gabersek allerdings auch einen Wermutstropfen schlucken. In der größten Stadt im TIGK-Gebiet, in Haslach, gab es einen signifikanten Rückgang bei den Übernachtungen. Wurden dort 2010 noch 22 881 gezählt, waren es 2011 nur 17 968 – ein Rückgang von mehr als 20 Prozent. Als mögliche Gründe nennt die Geschäftsführerin die Schließung des City-Hotels und des Reithofs Am Schänzle. Auch die unsichere Nachfolgesituation bei einigen Traditionsherbergen spiele eine Rolle.

Wie Assunta Gabersek weiter berichtete, gehe der Trend zu immer kürzeren Urlauben. Im Bereich des Gastlichen Kinzigtals sei die durchschnittliche Verweildauer auf unter fünf Tage gesunken. "Damit stehen wir noch gut da", sagte Gabersek und verwies auf den entsprechenden Wert für den gesamten Schwarzwald. Dieser liege bei 2,8 Tagen.

Die TIGK-Geschäftsführerin führt das auf die relativ große Zahl von Bauernhöfen im Einzugsbereich des Gastlichen Kinzigtals zurück. Erfahrungsgemäß sei dort die durchschnittliche Verweildauer größer als in Gasthäusern. Urlaub auf dem Bauernhof liege stark im Trend, betonte Assunta Gabersek. "Das Gastliche Kinzigtal kann hier mit mehr als 60 Höfen und 15 Wohnungen im Fünf-Sterne- Bereich die Nachfrage nach Qualität und Komfort im Urlaub bedienen", ist sie sich sicher. Qualität und Service würden sich künftig beim Preiskampf durchsetzen – davon ist die Geschäftsführerin überzeugt.

Und sie geht davon aus, dass Zuwächse in den kommenden Jahren hauptsächlich aus dem Ausland zu erwarten sind. Schon jetzt sei ein Aufwärtstrend bei nichtdeutschen Gästen festzustellen, wobei die Nachbarländer Schweiz, Niederlande und Frankreich die größten Kontingente stellten. Gastgeber müssten sich darauf einstellen – etwa durch mehrsprachige Prospekte.

Kommentare (1)
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JAN
27
09:28 Uhr, geschrieben von Sonja Wurth
Tourismuszahlen
"die unsichere Nachfolgesituation bei einigen Traditionsherbergen" wird noch in vielen Tourismusorten ein massives Problem geben. Nicht nur im Kinzigtal! Bei uns im Harmersbachtal sehe ich auf Dauer in dieser Richtung eine Katastrophe auf uns zu kommen. Wenn die Traditionsgastronomie und Beherbergungsbetriebe nicht mehr funktionieren, mit was soll man dann die Gäste locken? Dann reichen gute Luft und tolle Wanderwege nicht mehr! Danke an Assunta Gabersek für ihre Ehrlichkeit dieses Problem öffentlich an zu sprechen. Das erlebt man nicht überall.
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