Haslach - Von Pleiten, Pech und Pannen war am Dienstagabend im Haslacher Gemeinderat bezüglich des Kindergartenneubaus zu hören. So ist der Baugrund schlechter als angenommen und der Baufirma ist ein Messfehler unterlaufen, der nun zum Umplanen zwingt. Bauleiter Markus Neumaier informierte die Räte darüber, dass am 15. Januar Vermessungsingenieur Frank Moser bei Baugrubenmessungen zum Ergebnis gekommen sei, dass die Bodenplatte und bei bereits betonierten Kellerwände insgesamt um 20 Zentimeter höher liegen als die geplanten Fertighöhen.

Bei einem Weiterbau müssten daher als Zugangswege angeschrägt und erhöht werden, was im Bereich der Goethe­straße nicht möglich sei. Bei der Fehlersuche kam heraus, dass der Polier der Firma "Wacker Bau" sich vermessen hat. Dieses Missgeschick hat die Geschäftsleitung bei einem Gespräch im Rathaus auch eingestanden. Die durch den Fehler entstehenden Folgekosten wird sie daher übernehmen müssen.

Neumaier erläuterte, dass ein Rückbau der bereits hergestellten Bauteile "Wacker Bau" etwa 70  000 Euro kosten würde. "Das wäre uns grundsätzlich egal", sagte der städtische Mitarbeiter. Allerdings sei der hierdurch entstehende Zeitverzug nicht hinnehmbar. Dies auch weil der Bau bis spätestens 1. Januar 2014 fertig sein müsste.

Ansonsten würde es keine Fördergelder geben. Über diesen Verlust könnte es dann zum Rechtsstreit mit der Firma kommen. "Das Risiko des Rechtsstreits sollten wir umgehen", lautet die Empfehlung von Neumaier.

Statt eines Rückbaus wird daher nun beim Bodenaufbau im Erdgeschoss acht Zentimeter eingespart, das Tragsystem der Kellerdecke geändert und somit weitere vier Zentimeter gewonnen und schließlich auch noch die Raumhöhe im Untergeschoss von geplanten 2,32 Meter auf etwa 2,24 Meter gekürzt. Zusammen gerechnet wiege diese Änderungen den 20 Zentimeter langen Messfehler auf.

Vorschlag: Bodenaustausch

Durch die Beauftragung eines Planers, die Ergänzung von Bauteilen und eine teilweise andere Bauausführung kommt es laut Neumaier zu Mehrkosten in Höhe von 40 000 bis 50 000 Euro. Da der Keller um acht Zentimeter und der Putzraum um zwölf Zentimeter kleiner ausfallen wird, kommen noch etwaige Entschädigungsleistungen an die Stadt hinzu. "Der große Mangel bei der Kellerhöhe muss sich in Euro und Cent auszahlen", erklärte Bürgermeister Heinz Winkler.

Doch nicht nur der Messfehler war Thema in der Sitzung. Denn Neumaier musste auch berichten, dass "die aufgrund von Baugrunderkundungen getroffenen Bodenannanhmen teilweise falsch sind". So befindet sich unter dem nicht unterkellerten Gebäudeteil des Kindergartens eine locker gelagerte Auffüllung und einer relativ leicht zusammendrückbare Schicht aus Stillwassersedimenten. Daher muss von der ursprünglichen Gründungsplanung abgewichen werden.

Zur Erarbeitung einer kostengünstigen Lösung wurde der Geologe Heiko Seitz aus Willstätt hinzugezogen. Sein Vorschlag ist, einen Bodenaustausch vorzunehmen. Dabei wird unter dem nicht unterkellerten Bereich eine Schottertragschicht eingebaut, auf der eine verstärkte Bodenplatte direkt aufliegt.

Die Lasten des Flachbaus entlang der Goethestraße müssen nach wie vor über Brunnenfundamente gegründet werden, erläuterte Neumaier. Die Mehrkosten betragen rund 16.000 Euro. Weitere bisher nicht eingeplante Dinge verursachen Kosten in Höhe von rund 7000 Euro. Insgesamt wird der Kindergarten dadurch für die Stadt also nochmals um rund 23.000 Euro teurer. Den Mehrkosten stimmten die Räte ohne lange Diskussion einstimmig zu.