
Von Niels Seehase Haslach. Der Haslacher Gemeinderat hat dem Architekturbüro Martin Eitel den Zuschlag für den Neubau des Kindergartengebäudes in der Goethestraße gegeben. Damit folgte das Gremium der Empfehlung einer Runde, die sich eingehend mit den vier zuvor eingereichten Entwürfen ausein- andergesetzt hatte.Diese Beratungsgruppe – ihr gehörten neben der Kindergartenbeauftragten Beate Brudy auch die durch die Fraktionen bestimmten Gemeinderäte Karla Mahne (CDU). Herbert Himmelsbach (SPD), Lars Giesler (Freie Wähler) und Alfons Ruf (Grüne) an – hatte sich mit vier zu eins Stimmen für den vom Haslacher Architekturbüro Martin Eitel vorgestellten Entwurf ausgesprochen. Eine Stimme entfiel auf den Plan von Schaudt Architekten aus Konstanz.
Der Entwurf des Büros Eitel habe vor allem wegen der "internen funktionellen Zusammenhänge unter Zugrundelegung der Kindergartenbetriebskonzeption" überzeugt, heißt es in der Erklärung zum Beschlussvorschlag. Insgesamt hätten aber alle Vorentwürfe sehr gute Lösungen dargestellt, die "architektonisch sehr ansprechend" gestaltet gewesen seien.
Mit kritischen Nachfragen reagierte Martin Schaeffer, Vorsitzender der Grünen-Fraktion im Gemeinderat, auf die Empfehlung pro Eitel-Entwurf. So wollte er wissen, was das Herausragende am Plan des Haslacher Büros sei. Zudem wies er auf den Vorschlag der Freiburger Architekten Harter und Kanzler hin. Dieser sah einen Neubau auf einer Ebene ohne Unterkellerung und Aufzüge vor. Dadurch würden geringere Baukosten anfallen, erklärte Schaeffer.
Das Konzept des Freiburger Büros habe zwar Charme, entgegnete Bürgermeister Heinz Winkler (Freie Wähler), allerdings erfülle es nicht das vorgegebene Raumprogramm. Hinzu komme, dass die fehlenden Kellerräume fehlende Lagerkapazität bedeuteten. "Wir brauchen dringend Kellerräume", betonte Winkler. Für den Entwurf des Architekturbüros Eitel spreche die städtebauliche Gestaltung und, dass dieser auch eine Lösung für das geforderte Raumprogramm biete.
Auch Joachim Prinzbach, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, war grundsätzlich für diesen Plan. Allerdings wünschte er sich angesichts von 2,4 Millionen Euro "für drei Gruppen", dass noch einmal über die Kosten geschaut werde. "Wir bauen keinen Kindergarten nur für drei Gruppen", erwiderte Heinz Winkler. Der Neubau sei ein großes Gebäude als Ergänzung zu den bestehenden Kindergärten, das Platz für drei Kleinkindergruppen biete. Geht es nach dem Bürgermeister, soll das neue Haus später auch als eine Art Familienzentrum mit entsprechenden Veranstaltungen dienen. Diese Erwartung habe die Stadt an die katholischen Kirchengemeinde als Kindergartenträger. Letztendlich folgten fast alle Gemeinderäte dem Bürgermeister und votierten für den Auftrag an das Architekturbüro Martin Eitel. Lediglich ein Gremiumsmitglied enthielt sich der Stimme.