Von Markus Katzmaier Haiterbach. Die Verbraucher in Haiterbach müssen sich auf steigende Wasserpreise einstellen. Aller Voraussicht nach wird der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung am 23. Januar höhere Gebühren sowohl für Wasser als auch Abwasser festlegen. Darüber informierte Bürgermeister Andreas Hölzlberger am Freitagabend in der letzten Sitzung des Haiterbacher Gemeinderates in diesem Jahr.

Die Verwaltung habe die Gebührenkalkulationen und die Globalberechnungen für den Abwasser- und Wasserbereich auf den neuesten Stand gebracht. Zuletzt wurden die Gebühren Ende 2008 kalkuliert und angepasst. Bei den Wassergebühren habe der Gemeinderat seinerzeit eine Gebührenunterdeckung bewusst in Kauf genommen, erklärte Hölzlberger im Nachgang der Sitzung auf Anfrage.

2008 stieg die Gebühr von 2,10 auf 2,25 Euro je Kubikmeter Frischwasser. Kostendeckend wäre aber erst ein Beitrag von 2,41 Euro gewesen. Auch aufgrund der inzwischen gelaufenen Investitionen im Wasserbereich steigt der Beitrag voraussichtlich auf 2,73 Euro je Kubikmeter. Wollte man die vorherige Unterdeckung ausgleichen, wären es laut Hölzlberger noch mal deutlich mehr, nämlich 3,18 Euro.

"Ich halte es angesichts der sinkenden Spielräume im Verwaltungshaushalt für geboten, bei Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung eine volle Kostendeckung anzustreben", sagt Hölzlberger. Damit bezahle derjenige, der die Leistung in Anspruch nehme. Hölzlberger will dem Gemeinderat bei der Wassergebühr eine möglichst volle Kostendeckung vorschlagen. Sonst komme in ein paar Jahren das böse Erwachen.

Die Abwassergebühr war durch die Umstellung auf die gesplittete Gebühr neu geordnet worden, ohne die Kalkulation zu erneuern. Bei der Umsetzung hat sich laut Hölzlberger herausgestellt, dass tatsächlich deutlich weniger versiegelte Flächen an die Kanalisation angeschlossen sind. Dies führe im Rahmen der Neukalkulation zu einer Verschiebung der Gebührensätze: Das Oberflächenwasser wird höher angesetzt, das Schmutzwasser nach Frischwassermaßstab niedriger. Ab 1. Januar 2013 wird die Gebührenobergrenze für Schmutzwasser wohl bei 1,27 Euro je Kubikmeter liegen (bislang 1,32 Euro). Die Niederschlagswassergebühr wird von heute 0,33 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche auf voraussichtlich 0,35 Euro steigen.

In der Sitzung kündigte Mathias Kaupp (CDU) an, nicht zustimmen zu wollen, wenn die kalkulatorischen Zinsen nicht auf ein realistisches Niveau festgesetzt werden. In Absprache mit der Gemeindeprüfungsanstalt waren diese von der Verwaltung von 4,5 auf 3,75 Prozent reduziert worden. Laut Hölzlberger gilt dieser Zins in der Fachwelt als angemessen. Zwar in das Zinsniveau derzeit niedrig, doch der Kalkulationszeitraum betrage drei Jahre. Innerhalb dieses Zeitrahmens werde von steigenden Zinsen ausgegangen.