Von Sebastian Bernklau Haiterbach. Über die ab August 2013 angepeilte Betreuungsquote für Kinder unter drei Jahren macht man sich in Haiterbach keine ernsthaften Sorgen. Trotzdem steigt die Stadt beim vom Landkreis initiierten Förderprogramm für Tageseltern ein.Die bundesweit angestrebte Betreuungsquote für unter Dreijährige beträgt 34 Prozent. Im Fall von Haiterbach, das für zwei Jahrgänge von 110 Kindern ausgeht, wären das 37 Betreuungsplätze. Ein Großteil davon wird schon jetzt vom Zwergennestle abgedeckt. Dort können in zwei Gruppen je zehn Kinder betreut werden. Engpässe oder Wartelisten gibt es dort keine. Im Gegenteil.

Nach Informationen von Haiterbachs Bürgermeister Andreas Hölzlberger besteht in der Einrichtung eher die Befürchtung, dass die Kinder, die von außerhalb ins Zwergennestle kommen, wegbrechen könnten, weil in anderen Kommunen ebenfalls Betreuungseinrichtungen für Kleinkinder entstehen. Somit würden auf jeden Fall schon einmal die 20 Plätze zur Verfügung stehen.

Dazu kommen noch inzwischen drei Tagesmütter, die bis zu fünf Kinder betreuen könnten. Doch zurzeit ist die Nachfrage nach Plätzen in der Kindertagespflege in Haiterbach "noch nicht so enorm", wie sich Schultes Hölzlberger ausdrückt. Die Zahl der Kinder, die von einer Tagesmutter betreut werden, liegt im niedrigen einstelligen Bereich.

Und trotzdem will sich die Stadt Haiterbach dem vom Landkreis auf den Weg gebrachten Förderprogramm anschließen, das den Tageseltern über ihre eigentliche Entlohnung hinaus eine pauschale Förderung zukommen lassen will. Die ist von der Zahl der betreuten Kinder und der Dauer sowie dem Ort der Betreuung abhängig und soll zu gleichen Teilen von den Städten und Gemeinden auf der einen und dem Landkreis auf der anderen Seite finanziert werden.

Bürgermeister Andreas Hölzlberger warb im Haiterbacher Gemeinderat für das Engagement in der Kindertagespflege und das Förderprogramm des Kreises. Die Tagespflege sei eine gute Ergänzung der vorhandenen Betreuung gerade in Randzeiten. Friedrich Schuler (UBL) betonte die Flexibilität der Tagespflege. Zudem sei man als Stadt durch dieses Angebot nicht gezwungen, in zusätzliche Infrastruktur zu investieren. Es sei eine "win-win-Situation" für die Tagesmütter, die Gemeinde und die Kinder. Volker Renz gab zu bedenken, dass der Bedarf an betreuungsplätzen auch in Haiterbach sicher noch größer werde. Deshalb müsse man das Thema vorausschauend angehen. Sein CDU-Fraktionskollege Otto Roller prophezeite, dass mit dem jetzigen Einstieg in das Förderprogramm für Tageseltern das Thema Betreuung in Haiterbach nicht erledigt sei.

Abgesehen von prinzipiellen Bedenken gegenüber der Betreuung von Kleinkindern außerhalb des Elternhauses regte sich kein Widerstand gegen den Einstieg der Stadt in das Förderprogramm. Der wurde denn auch folgerichtig mit großer Mehrheit beschlossen.