Von Markus Katzmaier Haiterbach. Auch wenn Haiterbach seine Anbindung ans Internet in den vergangenen Jahren deutlich verbessert hat, bleibt viel Luft nach oben. Eine Untersuchung soll den Weg zu einer schnelleren, möglichst flächendeckenden Breitbandanbindung aufzeigen. Darauf verständigte sich der Gemeinderat bei seiner Klausurtagung.Die Vision steht: Über kurz oder lang sollen alle Haushalte in der Gesamtstadt Haiterbach über einen Breitbandzugang ins Internet mit mindestens 25 Mbit/s verfügen können. Das bedeutet, dass das dafür benötigte Glasfaserkabel nicht nur bis zu zentralen Verteilstationen, sondern in jede Straße gelegt werden müsste. Ein enormer Aufwand, vor allem in finanzieller Hinsicht: "Bei 70 Kilometer Straßen müsste man mit Baukosten in Höhe von 3,5 Millionen Euro kalkulieren", rechnet Bürgermeister Andreas Hölzlberger vor.

Der Verwaltungschef möchte künftig nicht mehr auf einzelnen Chancen zum Netzausbau spekulieren, sondern durch die Untersuchung eines Fachbüros eine Strategie zum flächendeckenden Ausbau aufzeigen lassen. Dem wird wohl auch der Gemeinderat folgen, der sich in seiner jüngsten Klausurtagung unter anderem mit diesem Thema befasst hat.

Schon jetzt arbeitet die Stadt am Ausbau des Breitbandnetzes. "Bei jeder neuen Baumaßnahme haben wir in der Vergangenheit gleich Leerrohre mitverlegen lassen", erklärt Hölzlberger. "Wir wollen jetzt das richtige tun, dann sind wir in zehn Jahren bereit."

Ob dies schon ein endgültiger Zeitrahmen ist, bleibt abzuwarten. Fest steht: Viele Internetnutzer in Haiterbach hätten lieber heute als morgen eine Beschleunigung ihres Internetanschlusses. Das ist eng verknüpft mit der Verschmelzung der Mediengeräte. Immer mehr Inhalte aus dem Internet werden so direkt auf den Fernseher übertragen, ob gestreamte Sendungen oder auch Filme aus Online-Videotheken. Aktuell werden hier Interneverbindungen mit mindestens 10 Mbit/s, besser noch einem DSL 16 000, also 16 Mbit/s, entsprechenden Anschluss empfohlen.

An diese Grenze kommen nach dem Ausbau in den vergangenen Jahren zwar mehr Haiterbacher Einwohner heran, nicht wenige sind aber näher an der Mindestversorgung von DSL 2000.

"Im Vergleich zu anderen Gemeinden sind wir gut aufgestellt, wir haben keine Probleme bei der Grundversorgung", sagt Hölzlberger. Und neuerdings gibt es in den Teilorten Beihingen, Unter- und Oberschwandorf auch den Funkstandard LTE, der technisch mobile Internetverbindungen bis zu 100 Mbit/s, reell eher bis zu 50 Mbit/s, ermöglicht. "Das ist aber tatsächlich eine mobile Lösung für mobile Endgeräte und kann nur in Ausnahmefällen einen Kabelanschluss ersetzen", sagt Hölzlberger.