
Von Markus Katzmaier Haiterbach. 2012 soll Fahrradjahr werden. So verkündet es Verkehrsminister Hermann. Für Haiterbach heißt dies, dass der Radweg zur L 353 dieses Jahr zwar gebaut wird, die drängendere Landesstraße aber weiter ohne Ausbautermin dasteht, weil das Geld fehlt.Finanziert war der Radweg Unterschwandorf – Iselshausen schon im abgelaufenen Jahr. Die Umsetzung soll laut Bürgermeister Andreas Hölzlberger nun ab Frühjahr erfolgen, wenn das Wetter dies zulässt. Die Stadt Nagold habe Vorarbeiten an den Wasserleitungen abgeschlossen.
Das Land stellt für den Radweg rund 168 000 Euro zur Verfügung. Die letzte Kostenschätzung belief sich auf knapp 240 000 Euro. Wobei man tatsächlich wohl günstiger bauen wird. Die Stadt Haiterbach wird der Radweg letztlich etwa 10 000 bis 15 000 Euro kosten, weil die Differenz zum Landesanteil zwischen Haiterbach und Nagold nach dem Anteil an der Wegstrecke aufgeteilt wird. 600 Meter liegen auf Haiterbacher Gemarkung, 2,5 Kilometer auf Nagolder Gebiet.
Dass das Land nun den Radwegebau so in den Vordergrund stellt, will Bürgermeister Hölzlberger nicht so recht gefallen. Vor allem dann, falls sich herausstelle, dass es eine Mittelverschiebung aus dem Straßenbereich geben sollte. "Einen Rückstau beim Radwegebau kann ich nicht erkennen. Die Straßen haben es weit nötiger."
Für die Straßensanierung hat das Land 2012 insgesamt 100 Millionen Euro vorgesehen, was eine Verdoppelung zum Vorjahresetat bedeutet.
Nun ist es auch eine Frage der Definition, ob die L 353 als Sanierungsfall oder als Neubau gesehen wird. Faktisch ist es ein Ausbau mit Verbreiterung. Doch Hölzlberger hegt noch ein bisschen Hoffnung, dass Projekte mit derart aufgestautem Sanierungsbedarf wie die L 353 Vorrang haben. Zumindest habe Hermann beim Besuch in Nagold angekündigt, dass man das Vorhaben "positiv prüfen" werde. Soll wohl heißen, dass man sich der Sache ernsthaft widmen will.
Ob dann noch ein zweiter Radweg schneller kommt als der L 353-Ausbau könnte sich schon im Laufe dieses Jahres zeigen. Schon seit ein paar Jahren ist so der Bau eines Radwegs von Unterschwandorf nach Haiterbach in Planung.
Die Verwaltung bevorzugt einen Bau auf bestehenden Wegen, beispielsweise auf einem Teil des Kuckuckswegs. Das würde auch dem Land entgegenkommen, das laut Hölzlberger aufgrund höherer Kosten straßenbegleitende Radwege vermeidet.
Immer wieder im Gespräch, aber noch nicht in konkreter Planung, ist die Fortsetzung einer Radwegeverbindung von Haiterbach ins Industriegebiet.