Von Jelena Wall Haiterbach-Oberschwandorf. Schon seit mehr als 25 Jahren kommen am ersten Samstag nach Nikolaus die Kinder in Oberschwandorf zum traditionellen Nikolausfest zusammen. Bei minus sechs Grad begrüßten die Kinder den Nikolaus. Zu seinem schokoladigen Abbild gab es Kinderpunsch zu trinken.

"Nikolaus und Bürgerhaus" heißt das Fest, das jedes Jahr die Einwohner des kleinen Ortes zusammenführen soll. "Die Leute sollen zueinander kommen und sich außerhalb des Alltags unterhalten können", betont Jürgen Rapp, Kommandant der Feuerwehr Oberschwandorf. Das vorrangige Ziel des Festes sei es, dass die Menschen aus dem Neubaugebiet aktiver am Dorfleben teilnehmen, so Rapp. Albert Gutekunst stimmt ihm zu und hatte auch in diesem Jahr seine beliebten Kreationen in petto. Sein Likörstand bot wieder die "Zipfelmütze" und viele andere Leckereien für Erwachsene an. Außerdem standen die freiwilligen Helfer der Feuerwehr hinter dem Grill und brutzelten Rote Würste.

"Bei den eisigen Temperaturen werden wir wohl nur bis acht Uhr die Stände offen haben", fasste Gutekunst zusammen. In der Zwischenzeit kamen immer mehr Eltern und Großeltern mit den wichtigsten Teilnehmern im Arm vor das Bürgerhaus: den Kindern.

Die eisigen Temperaturen konnten die Kinder nicht vom Hauptereignis ablenken. Sie warteten geduldig auf den Nikolaus. Er kündigte sich traditionell mit der alten Bimmel des früheren Oberschwandorfer Büttels an. Er kam, und die Augen erstrahlten in großer Erwartung. Während der Begrüßung und dem Gedicht gab es die ersten Ungeduldigen, die mit den Augen die mitgebrachten Geschenke suchten. Das Lied, das der Nikolaus mit den "Musketieren" anstimmte, spannte die Kinder nur noch länger auf die Folter. Und kaum waren die letzten Worte gesprochen, da sprangen sie auf den Nikolaus zu. Das rege Treiben um den Mann mit weißem Bart und rotem Mantel ließ die Eltern und Großeltern lächeln. Denn sicher hatten diese sich selbst oder ihre Kinder, die jetzt ihre eigenen zum Nikolausfest brachten, vor Augen. Schnell waren die Schoko-Mitbringsel verteilt. Der Nikolaus verließ das gemütliche Fest so wie er gekommen war: mit lautem Läuten der Bimmel. Der Schokonikolaus entkam derweil nicht, er wurde von vielen gleich probiert.