
Von Markus Katzmaier Haiterbach. Mit einem Jubiläumskonzert feiert der Handels- und Gewerbeverein Haiterbach (HGV) am 21. Januar sein 20-jähriges Bestehen. Das ist weniger Anlass für einen Rückblick, sondern soll erstes Zeichen für einen frischen Wind sein. Denn um den HGV war es schon geraume Zeit stiller geworden.
Einen Kuckucksmarkt gab es 2011 nicht, der Martinimarkt ist vergangenes Jahr mangels Masse ausgefallen und eine Leistungsschau stand nach der Großveranstaltung 2010 nicht im Kalender. Somit war der HGV praktisch nicht wahrzunehmen. Doch damit soll Schluss sein. "Nach einer Phase der Verpuppung und des Nachdenkens wollen wir wieder Präsenz zeigen", sagt der HGV-Vorsitzende Hermann Künert und versprüht Ehrgeiz. Beispielsweise wenn es darum geht, den Martinimarkt, eines der Aushängeschilder des HGV in der Vorweihnachtszeit, wieder aufleben zu lassen. Veranstaltungsort soll die Festhalle bleiben. Ansonsten will man etwas am Konzept schrauben. So bei der Dekoration und vor allem bei der Bewirtung, die immer einer der Knackpunkte gewesen sei.
Auch der Kuckucksmarkt im Frühjahr soll nicht Geschichte werden, sondern neu aufleben. Die Veranstaltung auf dem Marktplatz müsse man überdenken und möglicherweise straffen, sagt Künert. Auch die bislang zweimal veranstaltete Messe "Feste feiern" hat man noch nicht ganz aufgegeben.
Bei seinen Überlegungen wählt Künert bewusst das Wort "wir". Denn natürlich könne das nicht ein Vorsitzender oder der Vorstand allein bewerkstelligen. Die Mitglieder müssten mitziehen. Auch hier hofft Künert auf neuen Schwung und Motivation.
Zumindest gibt es gewisse Freiräume, denn die Gewerbetreibenden werden 2012 nicht durch eine Großveranstaltung wie eine Leistungsschau in Anspruch genommen. Die wäre nach dem bisherigen Turnus zwar angestanden, jedoch verzichte man aufgrund der Landesgartenschau in Nagold darauf, erklärt Künert. Allerdings wird es bei der Gartenschau einen Haiterbachtag geben, bei dem auch der HGV präsent ist.
Ohnehin wird es in absehbarer Zeit wohl keine großen HGV-Leistungschauen mehr in Haiterbach geben. Eine neue Konzeption sieht vor, nicht mehr einzelne Firmen zu öffnen, sondern gemeinsam an zentralen Orten aufzutreten, was man schon bei einer Schau im Industriegebiet erfolgreich so gelöst habe.
Auch wenn es am Samstag in einer Woche keinen Festakt mit Rückblick geben wird, zieht Künert über die vergangenen Jahre eine positive Bilanz. Vieles wäre ohne Gewerbeverein nicht möglich gewesen. Vorneweg natürlich die Veranstaltungen. "Auf der anderen Seite bietet der HGV den Mitgliedern die Möglichkeit zum intensiven Austausch, beispielsweise über ähnliche Probleme."
Mit dem Standort Haiterbach an sich könne man trotz Schließung einzelner Geschäfte immer noch zufrieden sein. "Der Handels- und Gewerbeverein hat auf jeden Fall Zukunft", sagt Künert.
Der Verein war am 16. September 1991 von 22 Gewerbetreibenden ins Leben gerufen worden, nachdem es von 1899 bis 1933 schon einmal einen Gewerbeverein gab. Heute hat der Verein rund 60 Mitglieder.
Erster Vorsitzender war von 1991 bis 1999 der damalige Bürgermeister Karl-Heinz Schmid. Er wird übrigens Gast des Jubiläumskonzerts am 21. Januar ab 20 Uhr (Saalöffnung um 19 Uhr) in der Haiterbacher Festhalle sein. Dann tritt die A-Capella-Gruppe "Six-Pack" auf.
Karten für das Konzert gibt es im Vorverkauf bei der Sparkasse und der Volksbank in Haiterbach.