
Von Markus Katzmaier Haiterbach. Wenn der Liederkranz Haiterbach sich am Sonntag versammelt, geht eine Ära zu Ende: Monika Braun, die 23 Jahre die Geschicke des Vereins leitete, tritt nicht mehr für das Amt als Vorsitzende an. Der Zeitpunkt sei günstig, denn der Verein stehe gut da.Monika Braun ist im Haiterbacher Liederkranz groß geworden. Schon in ihrer Jugend, im Jahr 1973, wurde sie in den Reihen der Sänger aufgenommen. Völlig freiwillig war dies allerdings nicht: "Mein Vater, der 64 Jahre Mitglied im Liederkranz ist, hat mich mitgeschleppt", verrät die heute 53-jährige Vorsitzende.
Doch die Begeisterung sollte wachsen: Nur wenige Jahre darauf übernahm Monika Braun erstmals Verantwortung. Sie wurde Jugendleiterin. Eine Chorleiterausbildung beim Schwäbischen Sängerbund war schließlich Voraussetzung für das Amt als Jugendchorleiterin. Damals wie heute stand für Monika Braun die Jugendarbeit im Zentrum. "Ich habe immer versucht, den Verein in eine Zukunft zu führen, ohne dabei die Wurzeln zu verlieren." Dazu gehöre es, die älteren Mitglieder nicht außen vor zu lassen, auch wenn man versuche, modern zu sein.
Nebenbei war Braun noch Schriftführerin des gemischten Chores, bis sie 1988 schließlich in die Vereinsführung gewählt wurde. Damals hatte der Vorstand eine dreiköpfige Spitze. Eine Lösung, die übrigens auch jetzt wieder angestrebt wird. Für die Wahl am Sonntag kandidieren Adelheid Briol und Karin Killinger zusammen mit Jürgen Jäger als Dreierspitze.
In Zeiten moderner Kommunikationsmittel dürfte dies auch wenig problematisch sein. Als Monika Braun anfing, musste das ohne Handy oder Mail funktionieren. Das erschwerte die Zusammenarbeit. Schließlich übernahm sie als alleinige Vorsitzende die Führung. 23 Jahre lang.
Jetzt zieht sich Braun zurück. Für das Umfeld kommt das nicht überraschend. "Ich habe mich schon länger mit diesem Gedanken getragen", sagt Braun. Der Zeitpunkt für einen Wechsel sei günstig, weil der Chor gut dastehe. "Es gibt keine Probleme, man muss nur weitermachen." Insbesondere habe man mit Thomas Müller einen Chorleiter, der den Chor weiterbringen werde. In den vergangenen Jahren hatte dem Verein bei der musikalischen Leitung die Kontinuität gefehlt.
"Wenn es dem Verein nicht gut ginge, hätte ich wohl weiter gemacht", sagt Braun, die dem Verein aber weiter mit Rat und Tat zur Verfügung stehen möchte, wenngleich sie inzwischen in Nagold wohnt. So werde sie weiterhin das "Chörle" leiten, das aus der Kooperation mit dem Mehrgenerationenhaus entstanden ist. Hiermit könne man auch ältere Menschen an den Verein binden, ihnen quasi ein Zuhause geben.
Höhepunkte hat Braun von ihrer Zeit als Vorsitzende einige in Erinnerung. Dazu zählt sie unter anderem das Chorfest im Jahr 2005 in Haiterbach. Eine wichtige Rolle hätten aber die Menschen gespielt. Davon habe sie viele ältere in den musikalischen Ruhestand begleitet und erfreulicherweise viele jünge begrüßen können.
Der Liederkranz werde es auch ohne Monika Braun schaffen. Das spiegeln zumindest die Zeilen wider, die Braun jüngst beim Abschied von Thomas Gottschalk bei "Wetten dass...?" gehört und für sich übernommen hat: "Wir sind wie Spuren im Sand. Das Wasser geht drüber und es kommen andere."