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Von Markus Katzmaier Haiterbach/Altensteig. Vereinsheime, Schuppen, Gartenhäuschen. Sie sind in den vergangenen Wochen begehrte Ziele von Einbrechern. Wie zuletzt in Oberschwandorf und Spielberg übersteigt der Schaden die überschaubare Beute meist um ein Vielfaches.Beinahe wäre die Silvesterparty des SV Oberschwandorf im Sportheim geplatzt. In der Nacht vor dem Jahreswechsel wurde das Gebäude beim Sportgelände nämlich von Einbrechern heimgesucht. Die schon für das Fest dekorierten Tische blieben aber unversehrt. So konnte zumindest gefeiert werden. Was bleibt, ist aber ein Schreck sowie die Verärgerung über einen scheinbar sinnlosen Einbruch. "Es wurden lediglich ein paar Kisten Leergut gestohlen", sagt der SV-Vorsitzende Hans-Joachim Gutekunst. Mehr von Wert gibt es auch nicht zu holen. "Die waren sicher auf das schnelle Geld aus." Doch Bares gebe es im Sportheim ebenso wenig wie Zigaretten, sagt Gutekunst.
Entdeckt wurde der Einbruch vom Getränkelieferant, der einen Schlüssel für das Sportheim hat. Die Täter machten sich an zwei Türen zu schaffen. Eine davon trug einen Totalschaden davon. "Da schüttelt im Verein jeder den Kopf", sagt Gutekunst. Vor allem, weil dies keine einmalige Geschichte ist. Alle zwei, drei Jahre gebe es einen Einbruch, sagt Gutekunst, dem klar ist, dass die abgeschiedene Lage des Sportheims den Einbrechern entgegenkommt.
Doch auch eine Bundesstraße direkt neben einem Sportheim ist kein Schutz, wie die Sportfreunde Spielberg wissen. Ihr Vereinsheim wurde eine Nacht vor dem Oberschwandorfer von Einbrechern auserkoren. "Wir haben schon 40 Jahre lang nie Geld da draußen. Und es gibt auch keine Zigaretten", berichtet der Vereinsvorsitzende Bernd Hauser. Selbst das Leergut ließen die Täter da. "Vielleicht wurden sie ja gestört", vermutet Hauser. So bleibt auch hier der Sachschaden an einer Holztür.
Erst am Abend davor schaute der Vereinschef auf dem Heimweg nach dem Rechten beim Vereinsheim. "Vielleicht sollten wir das Sportheim mit einem stillen Alarm ausstatten", überlegt Hauser. Effektiver sei es aber wohl, wenn die Vereine selbst häufiger ein Auge auf ihre Gebäude hätten – und die Täter das wüssten.
Das die Meldungen über Einbrüche sich in den vergangenen Wochen und Monaten häufen, erklärt die Polizei zum Teil mit der dunklen Jahreszeit. "Das allein ist es aber nicht", sagt Winfried König, Sprecher der Polizeidirektion Calw. Es seien auffällig viele Fälle. Ob es da einen größeren Zusammenhang gibt, ist nicht klar. Zumindest habe man keine Anzeichen dafür. Örtlich begrenzt werden aber schon Serientäter vermutet.
Bei zehn von 33 Einbrüchen in Gaststätten, Jugendtreffs und andere Gebäude seit Ende August im Bereich Altensteig vermutet die Polizei die gleichen Täter. Auf vielen Beutelisten finden sich Gasflaschen und Benzinkanister.
In Wildberg wurde Mitte November der Gewerbepark heimgesucht. Fünf Firmen, die Festhalle und das Sportheim des SV Schönbronn waren Ziel der Einbrecher. Im Fall des SV Schönbronn bleibt auch König nur noch Kopfschütteln. Einer Beute von 180 Euro stand ein Schaden von 12 000 Euro gegenüber.
Auch Gartenhäuser sind beliebte Objekte. Ende Oktober wurden im Gebiet Glockenrain in Nagold 28 Häuschen aufgebrochen. Dabei könnte laut König ein Tatzusammenhang mit Einbrüchen in Haiterbach bestehen. In die dortige Gartenanlage "Vordere Leber" wurde sowohl am 17. Oktober als auch am 10. Dezember eingebrochen. Die "Desch-Beiz" in Beihingen war am 3. Dezember Objekt der Begierde. Die Täter erbeuteten 50 Euro und Süßigkeiten. Den gleichen Geldbetrag und drei Flaschen Wodka nahmen Einbrecher Ende November/Anfang Oktober beim Bauwagen Zainen mit.
Die Polizei hofft in erster Linie auf Zeugenhinweise und rät dazu, keine Wertsachen in Gartenhäuschen und Vereinsheimen aufzubewahren. "Auch Garagen sollten verschlossen werden", so König.
Weitere Informationen: Die Kriminalpolizei informiert beim "Treffpunkt sicher" in Calw, Telefon 07051/93 97-50, wie man Gebäude möglichst sicher machen kann.